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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 28

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 28 — und sie zu überzeugen, daß die Heimatsehnsucht der zionistischen Juden für die Türkei eine Quelle unabsehbaren Nutzens werden kann, daß sie in der weiten Welt keine aufrichtigeren und opferwilligeren Freunde haben als die Zionisten und daß sie sich ihrer nützlichsten Mitarbeiter ajn dem Heil ihres Vaterlandes berauben, wenn sie dieses den Zionisten verschließen. (Lebh. Zustimmung.) Wir zweifeln nicht daran, daß unsere Bemühungen Erfolg haben werden, denn wir haben Vertrauen zur Macht der Wahrheit und zum gesunden Menschenverstand der ottomanischen Machthaber. Die Verleumder des Zionismus werden ihre Infamie vergebens begangen haben. Aber die schließliche Wirkungslosigkeit ihrer Ränke vermindert ihre Schuld nicht und sie bleiben vor dem Richterstuhl der Geschichte angeklagt, alles getan zu haben, was in ihrer Macht stand, um die Rettung des jüdischen Volkes aus Todesgefahr zu vereiteln, und dieser unbestechliche Richter wird ihnen das Kainsmal des Brudermordes in die Stirn einbrennen. (Stürmischer, minutenlanger Beifall und Händeklatschen.) Geehrter Kongreß! Wenn Sie aus meinen Ausführungen den Eindruck empfangen hätten, daß ich den augenblicklichen Stand unserer Bewegung pessimistisch ansehe und von den Anschlägen unserer Gegner entmutigt bin, so würden Sie mich eigentümlich mißverstanden haben. (Beifall.) Nichts liegt mir ferner als Pessimismus. Ich beklage, daß wir an die Abwehr ruchloser Angriffe die Kraft vergeuden müssen, deren wir zu unserer positiven Arbeit so sehr bedürfen, aber für einen Zweifel an der Größe, der Notwendigkeit und dem schließlichen Gelingen unseres Werkes ist in meiner Seele kein Raum. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Ich würde kein Jude sein, wenn ich nicht bis in die innersten Fasern meines Wesens Optimist wäre (Heiterkeit und Beifall.) Wir hören nicht nur die Gegner mit Schadenfreude, sondern auch die Anhänger unserer Bewegung mit einem tiefen Seufzer sagen: „Wenn der Zionismus auch in der Türkei geächtet wird, dann ist ihm das Todesurteil gesprochen!" Gewiß, wenn der Zionismus für ewige Zeiten aus der Türkei verbannt wäre, dann würde er aussichtslos sein, denn er wäre ein Zionismus ohne Zion. Aber ich glaube keinen Augenblick lang an die Ewigkeit der Strenge der türkischen Regierung gegen uns. Wir haben uns keinen Vorwurf zu machen. Wir haben nie ein Wort gesagt, nie eine Handlung begangen, durch die wir uns die Abgunst der türkischen Regierung verdient und ihr Mißtrauen gegen uns gerechtfertigt hätten. Wir sind Opfer einer niederträchtigen Angeberei. Wir werden nichts unterlassen, um die irregeführte Regierung und öffentliche Meinung des ottomanischen Reiches mit den wirklichen Tatsachen bekannt zu machen und wir zweifeln nicht am Erfolge unserer Bemühungen.

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