Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German, English, Hebrew
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Türkei gegen den Zionismus geführten Verleumdungsfeldzug, der sich zu einer Gefahr für die gesamte türkische Judenheit ausgewachsen hatte, zu beenden. Wir aber werden uns nicht beirren lassen und werden nach wie vor im Sinne unseres Arbeitsprogrammes unsere Aufmerksamkeit dem Emigrationsproblem zuwenden, dem Probleme, das für einen großen Teil unseres Volkes die ganze Schwere des Galuth verkörpert. Auch mit unserer nationalen Sprache werden wir uns diesmal eingehender als zuvor beschäftigen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die hebräische Sprache, ein Hauptbestandteil unserer jüdischen Kultur, hat stets unsere innigste Liebe und unser höchstes Interesse gefunden. (Beifall.) Haben wir doch sogar, der Zeit vorauseilend, Hebräisch zur offiziellen Sprache des Kongresses bestimmt. Die zionistische Organisation kann und soll aber auf diesem Gebiete nicht alles allein tun. Wir haben kleine Anfänge gemacht, einige hebräische Zeitungen mit Mühe und großen Opfern gegründet, die Herausgabe hebräischer Werke unterstützt. Aber unsere Aufgabe kann sich naturgemäß nur darauf beschränken, Anregungen zu geben und allen Unternehmungen auf diesem Gebiete unsere moralische und in beschränktem Maße unsere materielle Unterstützung zu gewähren. Zu unserer Freude ist jetzt die H i s t a d r u t h, die Organisation für hebräische Sprache und Kultur, entstanden, die gewiß unserer aller Unterstützung sicher sein kann. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Der Frauenarbeit im Zionismus haben wir bis jetzt keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wir haben unsern Frauen von vornherein volles und gleiches Recht gegeben, aber die Pflichten, die mit diesem Rechte verbunden sein müssen, nicht deutlich genug umschrieben und nicht ernstlich genug gefordert. Wir müssen es jetzt endlich tun und müssen unseren Frauen den Weg zeigen zu einer ersprießlichen zionistischen Arbeit, damit auch sie ihre Pflichten erfüllen und, wie einst unsere Mütter in alter Zeit, an der Erlösung unseres Volkes mitarbeiten können. Die allerwichtigste Aufgabe aber, die Sie diesmal zu lösen haben, ist die Einsetzung einer neuen Leitung. Ich trete von der Leitung zurück, weil ich muß. Ich muß es tun, sowohl im Interesse der Bewegung, als auch im Interesse meiner geschwächten Gesundheit, die mir Ruhe gebietet und es mir nicht mehr gestattet, der erste Diener unserer Organisation zu bleiben. Geehrter Kongreß! Die Geschichte unserer jungen Bewegung ist in zwei Perioden einzuteilen. Die erste, die Glanzperiode mit H e r z 1 an der Spitze, spielte sich in Wien ab. Es ist geradezu sündhaft, wenn jetzt versucht wird, die Bedeutung dieser großen Zeit herabzusetzen und zu behaupten, daß sie praktisch nicht produktiv gewesen sei. (Stür-