Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 15 — mischer, langandauernder Beifall und Händeklatschen.) Die größten praktischen Arbeiten sind gerade in diesem Zeitabschnitt geleistet worden. Die Organisation selbst, der Kongreß, die jüdische Kolonialbank, die Anglo-Palestine- Company und der Jüdische Nationalfonds, lauter Institutionen, die die Grundsäulen unserer Bewegung geworden sind, der feste Kitt, der unsere Organisation in den allerstürmischsten Zeiten zusammengehalten hat und noch jetzt zusammenhält. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Allerdings waren diese Schöpfungen, wie es auch nicht anders sein konnte, noch nicht fest gefügt, da uns damals doch noch jede Erfahrung auf diesem ganz neuen Gebiet gefehlt hat. Erst der zweiten Periode, die ich als die „Kölner11 bezeichnen will, ist die Festigung und der Ausbau dieser Institutionen vorbehalten geblieben. Diese Kölner Periode hat unter den denkbar ungünstigsten Umständen begonnen. Dr. Herzl, der Schöpfer unserer modernen Bewegung, der geniale Führer, der Moses unserer Zeit, war mitten in seinem Wirken plötzlich gestorben. Der Ugandastreit tobte in allen Ecken und brachte uns das Schlimmste, was eine junge Bewegung treffen kann, den Riß, die Spaltung. Gleich darauf brach in Rußland die Schreckenszeit der Pogrome herein, die unsere Organisation dort lahmlegte und eine Zeitlang nicht nur die Leitung, sondern auch die gesamte Organisation gänzlich in Anspruch nahm. So folgte Schlag auf Schlag, und es erforderte mehrere Jahre, bis wir uns erholen und wieder sammeln konnten. Mit Einsetzung der größten Energie ist es uns schließlich doch gelungen, manche Schäden auszubessern, die in der ersten Periode begonnenen Arbeiten zu entwickeln und auch manches Neue hinzuzufügen. Unsere Organisation wurde fester, die Banken einträglicher, und der Nationalfonds erreichte den jetzigen hohen Aufschwung. Außer den Filialen der Anglo-Palestine-Company haben iwir in dieser Periode die Anglo Levantine Banking Company neu geschaffen. Eine gute zuverlässige Vertretung an den wichtigsten Punkten, in Palästina und in der Hauptstadt des türkischen Reiches, haben wir uns eingerichtet und in allen Zweigen unserer Verwaltung uns einen tüchtigen Beamtenstab herangebildet. (Beifall) Die Siedelungsgenossenschaft und noch eine ganze Reihe anderer Institutionen sind teils direkt von uns gegründet, teils indirekt durch unsere Mithilfe entstanden, und andere sind noch in der Entstehung begriffen. Dies, geehrter Kongreß, sind die praktischen Leistungen der zweiten, der Kölner Periode! (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Der zionistische Geist hat auch in dieser Zeit nicht geruht. Wir hören seine Schwingen lauter und kräftiger rauschen als jemals zuvor. Mit diesem Kongreß treten wir in den dritten Zeitabschnitt der zionistischen Geschichte ein, in eine neue Periode. Diese be-