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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 12

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German, English, Hebrew
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— 12 — Das und nichts anderes ist unser Ziel. Dieses Ziel ist groß und erhaben, denn es birgt in sich die helle Zukunft unseres Volkes. Wir müssen uns stets bewußt bleiben, daß unser Ziel nicht rasch, nicht ohne schwere Arbeit zu erreichen ist, daß wir alle unsere besten Kräfte einsetzen und uns mit Geduld und Ausdauer, vor allem aber mit Mut ausrüsten müssen. Unsere gefährlichsten Feinde, die wir mit der größten Energie bekämpfen müssen, sind der Kleinmut und die Schwachgläubigkeit. (Zustimmung.) Diese Feinde könnten uns dazu verleiten, bei der ersten Schwierigkeit die Flinte ins Korn zu werfen, unser Baseler Programm einzuschränken und den jeweiligen Zeitumständen anzupassen. Eine solche Politik würde dazu führen, daß wir und alle anderen den Glauben an uns selbst verlören und daß niemand uns noch ernst nehmen würde! Unsere Parole muß sein: Standhaft, fest und treu! (Lebhafter Beifall.) Standhaft zu unserem Programm, fest das hohe Ziel im Auge und treu unserer Sache und uns selbst! (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Mit diesen Gedanken, geehrter Kongreß, wollen wir an die Aufgaben herantreten, die unser hier harren. Ais eine der wichtigsten Aufgaben dieses Kongresses betrachte ich die endliche Verabschiedung des Organisationsstatuts. Der Entwurf, der Ihnen hier im Druck vorliegt, ist in mühevoller und langwieriger Arbeit zustande gekommen. Er hat gewiß manche Mängel und wird in vielen Punkten wohl nicht alle Wünsche befriedigen und daher kleine Abänderungen erfordern. Er enthält aber große und wichtige Verbesserungen gegen den bisherigen Zustand, unter welchem unsere Organisation bislang zu leiden hatte. Es ist bedauerlich, daß bei uns bisher nur ein kleiner Kreis ein wirkliches Interesse und ein richtiges Verständnis für die Notwendigkeit guter Organisationsformen gezeigt hat. Das Statut einer jeden Organisation gleicht dem Fundament eines Gebäudes. Nur auf einem festen sicheren Fundament kann ein gutes, dauerhaftes Gebäude errichtet werden. Unser Organisationsstatut ist unsere Verfassung, und es sollte doch jedem einleuchten, welcher Wert und welche Bedeutung der Verfassung menschlicher Gemeinschaften beizumessen ist. Und gerade bei unserer Organisation, deren Mitglieder räumlich weit voneinander getrennt sind, und deren Mehrzahl zu individualistisch veranlagt ist, um sich leicht in eine Gesamtheit einzufügen, müßte die Verfassung eine viel größere Rolle spielen. Die Ansicht, daß das Organisationsstatut nur eine formale Nebensache, daß nur die Idee von alleinigem Wert für unsere Bewegung sei, ist eine völlig irrige! Gewiß, zuerst die Idee, und dann die Tat. Aber Ideen ohne Tat, Ideen, die in der Luft schweben und nicht verwirklicht werden können, sind genau wie schöne Luftschlösser. Selbst die größten und genialsten Ideen, und die erst recht, erhalten erst ihre reale Bedeutung, wenti sie in praktische Taten umgesetzt

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