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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 11

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 11 — ist es uns modernen, praktischen Zionisten eingefallen, messianische Tendenzen in unsere Bewegung hineinzutragen. Niemals haben wir mit den religiösen Gefühlen der vielen Millionen Gläubigen ein solches frevelhaftes Spiel zu treiben uns unterfangen. (Beifall.) Um das Kindermärchen glaubhafter zu machen, daß wir ein jüdisches Königreich in Palästina gründen wollen, wird auch versucht, uns HerzTs Buch „Der Jud'jnstaat" als die Grundlage unserer Bewegung entgegenzuhalten. Aber gerade dieses Argument ist der beste Beweis für die Unrichtigkeit solcher Behauptungen. Als Herzl den Judenstaat schrieb, kannte er den Zionismus kaum. Er hatte die grandiose Idee, die brennende Judenfrage radikal zu lösen durch die Gründung eines Judenstaates irgendwo in der Welt, wo ein freies Territorium dafür zu haben wäre. Als Herzl aber mit uns Zionisten in Fühlung trat, als er den Zionismus kennen gelernt hatte und wir unter seiner Leitung den ersten Zionistenkongreß hier in Basel abhielten, da war von einem Judenstaat nicht mehr die Rede. (Lebhafter Beifall.) Klipp und klar haben wir in unserem Programm unsere Wünsche, unsere Hoffnungen und unser Ziel zum Ausdruck gebracht und festgelegt: „Der Zionismus erstrebt für das jüdisdi'e Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina". (Stürmischer Beifall.) Nicht einen Judenstaat, sondern eine Heimstätte, auf dem alten Boden unserer Väter, in der wir uns als Juden, ohne verfolgt und bedrängt zu werden, national ausleben können. (Erneuter stürmischer Beifall.) Dazu brauchen wir die öffentlich-rechtliche Sicherung! Wie diese zu erreichen ist, hängt von den politischen Verhältnissen ab. Unter dem alten Regime stellten wir Wünsche auf, die den damaligen Verhältnissen angepaßt waren. In der neuen freiheitlichen Türkei erblicken wir — ich wiederhole es — in den konstitutionellen Einrichtungen die volle Garantie unserer persönlichen und nationalen Sicherheit. Was wir aber verlangen müssen, ist, daß dem jüdischen Einwanderer in Palästina die Möglichkeit gegeben wird, das ottomanische Bürgerrecht ohne jedwede Einschränkung zu erlangen, und daß er dann den jüdischen Volkssitten entsprechend ungehindert leben kann. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Diese Garantie, die uns nur durch das öffentliche Recht gesichert werden kann, müssen wir verlangen, in unserem eigenen Interesse, aber auch im Interesse des ottomanischen Reiches selbst. Denn nur als freies, allen anderen ottomanischen Völkern gleichgestelltes Volk werden wir in der Lage sein, das zu leisten, was ein Volk wie das unsrige zu leisten vermag, zum Nutzen des gesamten ottomanischen Reiches ebensosehr wie zu unserem eigenen Wohl. (Beifall und Händeklatschen.) Denn es ist unser Traum und sehnlicher Wunsch, in einem blühenden und mächtigen ottomanischen Reiche ein blühendes und glückliches jüdisches Volk zu sein. (Langanhaltender stürmischer Beifall und Händeklatschen.)

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