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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 480

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 480 (sequence 480)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 480 — möglich sein sollte, auch Vereine von Sehekelzahlern zu bilden, welche nicht bloß einmal im Laufe von zwei Jahren zum Zwecke der Kongreßwahl zu> sammenkommen, sondern regelmäßig im Laufe der Zeit in energischer Tätigkeit die Ausbreitung der zionistischen Idee propagieren. Soviel mir bekannt ist. stellt in Österreich das Vereinsgesetz solchen Vereinsbildungen nicht entgegen, und gerade in Osterreich, avo der Zionismus in so viele verschiedenartige Richtungen zerfällt, würde die Neueinrichtung von großem Segen sein, da die verschiedenen Richtungen, ohne in einer Schekelgruppe vereinigt zu sein und zu Reibereien und Streitigkeiten Veranlassung zu geben, in einzelnen Vereinen nebeneinander sich gleichstrebend entwickeln könnten. Merkwürdigerweise hat man gegen diese Einrichtung auch geltend gemacht, daß einzelne Personen aus prinzipiellen Bedenken nicht Mitglieder eines bestimmten Vereins werden wollen, und demnach nicht in der Lage sein würden, zum Kongreß zu wählen oder gewählt zu werden. Diese Ansicht hat mich befremdet, denn wenn solche prinzipiellen Bedenken im Wege stehen, ist es eben Sache dieser Personen, einen Verein zu schaffen, der ihre Prinzipien zum Ausdruck bringt, und wenn das nicht möglich ist, dann ist auch dieses Prinzip nicht lebensfähig. Dann sehe ich nicht ein, weshalb ein solcher Prinzipienreiter nicht so lange das allgemeine zionistische Vereinsroß reiten soll, bis er in der Lage ist, seine Prinzipien in einer besondern Vereinsbildung zu betätigen. Das einzige Land, welches mit Recht Bedenken gegen die Neuerung geltend machen könnte, ist Rußland. Allein nach reiflicher und ruhiger Prüfung der geäußerten schwerwiegenden Bedenken komme ich zu dem Schlüsse, daß auch in Rußland das neue Organisationsstatut einen Fortschritt gegenüber dem bestehenden Zustand bedeuten würde. Ich möchte vorab bemerken, daß ich nichts dagegen einzuwenden habe, daß in meinem Statutentwurf das Ortskomitee des alten Statuts aufgenommen wird, mit dem einzigen Unterschied, daß sich auch in Rußland dieses Ortskomitee aus Mitgliedern der Landesorganisation zusammensetzt. Auch das jetzige Statut ist in Rußland nicht anzuwenden, und unsere russischen Freunde befinden sich in der Zwangslage, entscheiden zu müssen, ob ihnen die Illegalität auf Grund unseres Statuts oder die durch Umgehung des Landesgesetzes sympathischer ist. An diesem Zustand wird durch das neue Organisationsstatut nichts geändert. Wenn es aber möglich sein wird, was im Interesse der Bewegung außerordentlich wünschenswert wäre, unter Genehmigung der Regierung zionistische Organisationen in Rußland auf gesetzlicher Grundlage einzurichten, dann bietet der von mir unterbreitete Organisationsentwurf hierfür eine sicherere und annehmbarere Grundlage als das frühere Statut. Durch diese Notwendigkeit, neben dein Schekel den Landesbeitrag zu entrichten, werden aber nicht nur unsere Finanzen gekräftigt und der Gesundung zugeführt und die Landesorganisationen in die Lage versetzt, ihre Aufgaben zu erfüllen, sondern es wird auch eine starke Kontrolle des Wachstums unserer Bewegung in allen einzelnen Ländern geschaffen, die bisher vollkommen mangelte. Wenn ich also die Neuerungen zusammenfasse, welche in dem Entwurf enthalten sind, so bestehen sie in folgendem: 1. Die oberste Leitung wird durch die Schaffung von Dezernaten unabhängiger von dem Wohnsitz der einzelnen leitenden Persönlichkeiten, ohne daß die Einheitlichkeit der Leitung dadurch beeinträchtigt würde. 2. Das Große A. C. erlangt diejenige organische Ausgestaltung, die erforderlich ist, um die Kontinuität in der Leitung der Geschäfte zu sichern und eine Auswahl unter den tüchtigsten unserer Gesinnungsgenossen zu treffen, die geeignet sind, die Geschäfte später zu übernehmen. o. Die durch die gegenwärtige Form der Föderationen bedingten Mißstände werden beseitigt. Durch die freie Vereinsbildung und die Möglichkeit der Bildung von Vereinsverbänden und Fraktionen wird jeder Richtung innerhalb der zionistischen Bewegung der freieste Spielraum der Entwicklung gewährt, ohne daß die Landesorganisationen hierdurch beeinträchtigt werden, weil

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