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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 481

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 481 (sequence 481)
Language
German, English, Hebrew
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481 — jedes Mitglied der zionistischen Organisation außer dem Sehekel auch den Landesbeitrag fcu entrichten hat. 4. Dadurch, daß das Wahlrecht und die Organisationen der zionistischen Bewegung nicht mehr auf dem Sehekelzahler, sondern auf dem zionistischen Verein aufgebaut wird und jeder Zionist Mitglied seiner Landesorganisation werden muß, wird eine organische Gliederimg, eine Kontinuität der Entwicklung und eine gesundere, bessere Ausgestaltung der Finanzen ermöglicht. Dadurch, daß die Propaganda im wesentlichen in die einzelnen Vereine verlegt wird, wird die Möglichkeit einer großen und gewaltigen Ausbreitung der zionistischen Idee unter den Massen der Judenheit geschaffen. Ich glaube, nach diesen Ausführungen dürfte es sich erübrigen, auf die Bemängelung, die von verschiedenen Seiten bezüglich Einzelheiten des Statutentwurfs gemacht worden sind, des nähern einzugehen.' Es ist klar, daß bei der Eile, welche bei der Abfassung des Statuts obgewaltet hat, und durch den Umstand, daß später Zusätze und Verbesserungen durch die Mitwirkung von Mitgliedern des A. C. und andern Personen erfolgt sind, einzelne Bestimmungen des Statuts noch unklar sind und sich auch redaktionelle Unebenheiten in demselben vorfinden. Wegen solcher kleinen Mängel des Stils haben einzelne Gesinnungsgenossen mit ganz unbegreiflicher Heftigkeit das Statut im ganzen angegriffen. Ich habe bei genauer Prüfung dieser Angriffe leider feststellen müssen, daß diese Einwürfe davon herrührten, daß die betreffenden Kritiker die Bestimmungen des Statuts gar nicht richtig gelesen, jedenfalls nicht verstanden hatten. Besonders hervorgetan hat sich in dieser Eichtling ein Herr aus Altona, der sich sogar die Mühe gemacht hat, einen ganz neuen Organisationsentwurf herzustellen, von dem ich nur sagen möchte, daß ihm jeder schöpferische Gedanke fehlt. Derselbe ist lediglich eine willkürliche Auswahl aus Bestimmungen des gegenwärtigen Statuts und aus meinem Entwurf, die ohne Kenntnis der Erfordernisse der Bewegung zusammengestellt sind. Bei dem neuen Organisationsstatut kommt es weniger auf eine scharfe, logische, juristische Formulierung an, als darauf, daß es den praktischen Anforderungen der Bewegung in den verschiedensten Ländern genügt. Niemand wird verkennen, daß es gerade für die zionistische Bewegung außerordentliche Schwierigkeiten bereitet, den richtigen Weg zu rinden. Ich bin nicht anmaßend genug, die von mir unterbreiteten Vorschläge als ein Allheilmittel für die Entwicklung unserer Bewegung zu halten. Ich bestehe auch jetzt nicht auf meinem Schein, obwohl ich mir in Organisationsfragen eine gewisse Autorität zutraue. Ich stehe gegenüber einer fast unbezwinglichen Mauer von Gegnern. Ich glaube, diese Gegnerschaft beruht auf der Furcht vor einem operativen Eingriff, wie er nervöse und ängstliche Patienten oft befällt. Ich vertraue aber auf die Einsicht des Kongresses, denn hinter mir steht die Uberzeugung von der Zweckmäßigkeit meiner organisatorischen Grundsätze und der Notwendigkeit der Operation an dem bestehenden Statut. Wenn Sie die Uberzeugung erlangen, daß meine Vorschläge einen Fortschritt gegenüber dem bestehenden Zustand bedeuten, dann hoffe und rechne ich darauf, daß Sie mir Ihre Unterstützung leihen. Ich bin überzeugt, daß jeder Schritt, den Sie in dieser Richtung mit mir gehen, Sie davon überzeugen wird, daß Sie sich auf dem Wege dazu befinden, unsere Organisation zu dem mächtigsten Instrument der Bewegung zu machen, welches uns die Erreichung unseres Zieles sichern soll. Eine gute, stramme, gesunde Organisation ist ein bedeutenderes Machtmittel für ein Volk als sogar die Macht des Kapitals. In ihr tritt die gesammelte Kraft des Stammes in die Erscheinung, die der Welt den Beweis erbringen soll, daß das jüdische Volk noch da ist, und daß es lebenskräftig genug ist, um sich seinen Platz an der Sonne zu sichern. Dann brauchen wir auch unsere Fahne nicht in die Tasche zu stecken, sondern können das blau-weiße Panier aufpflanzen als Symbol unseres unaufhaltsamen Marsches nach der Heimat. 31

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