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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 479

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 479 (sequence 479)
Language
German, English, Hebrew
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— 479 — sationen lebenskräftig bleiben, weil nur durch eine energische Tätigkeit innerhalb dieser Zentralorgane der einzelnen Länder die zionistische Bewegung an Umfang und Kraft gewinnen kann. Ich hoffe, daß ich durch den Hinweis auf diesen Gesichtspunkt auch diejenigen Gesinnungsgenossen als Freunde für den neuen Organisationsentwurf gewinnen kann, die sich bisher aus dem Gesichtspunkt der Wahrung ihrer Föderationsinteressen als Gegner desselben bekannt haben. Die wichtigste Änderung, die ich aber in dem Entwurf zum Vorschlag bringe, besteht darin, daß die Grundlage der zionistischen Organisation nicht mehr der einzelne Schekelzahler bilden soll, sondern der zionistische Verein. Unser großer Führer Herzl hat seinen Organisationsplan auf dem V. Kongreß damit begründet, daß er den einzelnen Schekelzahlerals die Keimzelle bezeichnet hat, aus der sich das organische Lebewesen entwickelt und aus der jeder Organismus besteht. Dieses Bild hat sich leider als nicht ganz zutreffend erwiesen, und meine damalige Gegnerschaft gegen diese Idee hat sich als berechtigt herausgestellt. Der einzelne Schekelzahler ist nicht mit der Zelle -in einem organischen Körper zu vergleichen, sondern vielmehr mit den einzelnen Atomen, welche die ganze organische und anorganische Welt erfüllen. Die Zelle des organischen Körpers ist nicht ein solches fluktuierendes Element wie das einzelne Atom, sondern bildet schon einen kleinen Organismus, eine Vereinigung, eine zweckmäßig gegliederte Zusammenfassung von Atomen zu einem bestimmten Lebenszweck. Der Schekelzahler ist ein fluktuierendes Element. Die Gewährung eines so wichtigen Rechtes wie das Wahlrecht zum Kongreß an die zufällige einmalige Zahlung des Schekels zu binden, ist ein Unrecht gegen diejenigen Mitglieder, welche jahraus, jahrein durch Mitgliedschaft bei zionistischen Vereinen und Arbeiten in allen Angelegenheiten des Zionismus ihre Gesinnung betätigen. Sie ist aber auch unklug, weil sie den Wert der Befugnisse, welche die zionistische Organisation gewährt, herabsetzt. Das wächtigste Moment ist aber folgendes: Wie soll eine Wahlhandlung nach vernünftigen Grundsätzen erfolgen können, wenn Schekelzahlergruppen zum Zwecke der Wahl zusammengelegt werden, welche im Laufe des Jahres nicht miteinander in Berührung kommen und sich über die wichtigsten Fragen der Bewegung in keiner Weise ausgesprochen haben. So wird jede Parteigruppierung der organisierten Zionisten zum Zwecke der Wahl erschwert und die Kandidaten für den Kongreß werden vielfach nicht nach ihrer Gesinnungstüchtigkeit als wirkliche Repräsentanten einer Genossenschaft, sondern lediglich auf Grund von Empfehlungen gewählt, deren Wert oft nicht nachgeprüft werden kann. Wollen Sie diesen Mißstand zu einem Erbübel werden lassen? Wollen Sie Delegierte von zufällig zusammengewürfelten Schekelzahlergruppen haben oder wollen Sie Vertreter einer stramm organisierten Partei im Kongreß vereinigt sehen? Nur wenn Sie. meinen Vorschlag akzeptieren, wird der Kongreß eine nach wirklichen demokratischen Grundsätzen gewählte Vertreterschaft der Zionisten der ganzen Welt darstellen. Die gegenwärtige Einrichtung hat überdies zur Folge gehabt, daß in den kongreßlosen Jahren die Zahl der Schekelzahler außerordentlich zusammengeschrumpft und so eine ordnungsmäßige Finanzierung der Bewegung auf Grund eines Budgets bis heute völlig unmöglich gewesen ist. Nur wenn Sie die Bewegung auf eine konstante, stabile Basis stellen, wie ich sie vorschlage, wird es möglich sein, die fundamentalste Voraussetzung jeder demokratischen Bewegung zu schaffen, daß nämlich die Geschäfte der Leitungnach einem im voraus geregelten Budget erfolgen, dessen Genehmigung dem Kongreß vorbehalten ist. Die Gegnerschaft, welche sich gegen den Plan geltend gemacht hat, ist mir bis heute unverständlich geblieben. Man hat gesagt, daß diese Neuordnung des Statutentwurfs die Entwicklung der Bewegung in Österreich, speziell Galizien, unmöglich machen würde. Ein vernünftiger Grund für diese Behauptung ist nicht geltend gemacht worden, und ist es mir auch völlig unerklärlich, weshalb es in Österreich, wo es so viele andere Vereine gibt, nicht

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