Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 462)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 462 — Zahlreiche jüdische Arbeiter finden schon jetzt ihr Brot bei der Anpflanzung der Ölbaumwälder, auch ihre Pflege sowie die Ernte werden dauernd eine Menge Hände beschäftigen und dazu beitragen, einen gesunden and kräftigen jüdischen Bauernstand in Palästina zu schaffen. Was, die Ergebnisse der Sammlung betrifft, so ist die Zunahme im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß außer Deutschland jetzt auch andere Länder sich mit größern Summen an der Sammlung beteiligt haben, besonders Österreich sowie einige kleine Länder, speziell Belgien und Rumänien. Neuerdings kann man auch für Rußland, Nordamerika und Südafrika eine wesentliche Zunahme der Eingänge konstatieren, in geringerm Maße für England, Holland, Argentinien und Kanada. Besonders viel darf man sich wohl für dieZukunft von Amerika versprechen, da sich dort gewiß sehr leicht ein jüdischer „Tree planting day* wird einführen und populär machen lassen. Jedenfalls ist schon jetzt erkennbar, daß die Ölbaumspende prädestiniert ist, eine unserer wichtigsten zionistischen Institutionen zu werden, bestimmt, um uns mit der Zeit in reichem Maße die Mittel zur Förderung von Kultur auf gaben in Palästina zuzuführen. Schon von den bis jetzt gesammelten 30 000 Bäumen versprechen wir uns für später eine Jahreseinnahme, die uns befähigt, Erhebliches zu leisten, und dabei hat die überwiegende Mehrheit aller Zionisten bisher noch nicht einmal einen einzigen Baum hierfür beigetragen. Wenn jeder Zionist jährlich nur einen Baum beisteuert, so werden wir schon in wenigen Jahren ganz gewaltige, aus Millionen von Bäumen bestehende Ölbaumwälder in Palästina besitzen, die uns, wenn sie ertragfähig geworden sein werden, befähigen, nicht nur an die Gründung einer Hochschule heranzutreten, sondern auch sonst den verschiedensten Kultur aufgaben gerecht zu werden. Kulturfonds Der vom Großen A. C. im vorigen Jahre begründete Kulturfonds soll während der langen Periode, bis die von der Ölbaumspende gepflanzten Bäume ertragfähig werden, in Palästina kulturellen Aufgaben dienen. Leider ist dieser Fonds bisher noch nicht populär geworden, er betrug am 1. Juli erst ca. J6 5000, von denen über Ji> iOOO dem eisernen Fonds angehören, von dem nur die Zinsen verwendet werden dürfen. Der geringe Erfolg der Werbung findet seine Ursache großenteils darin, daß gleichzeitig eine Sammlung für den Parteifonds vorgenommen wurde. Eine wirksame Agitation für den Kulturfonds zu entfalten ist aber auch aus dem Grunde schwer, weil alle brauchbaren Agitationsmittel für den Nationalfonds vorweggenommen sind, Das Palästinaressort hat, da die ersten Sammlungen nicht recht vom Flecke kamen, die Agitation den in Breslau ansässigen, als sehr rührige Agitatoren bekannten Gesinnungsgenossen Dr. Sandler