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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 389

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 389 (sequence 389)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 389 — ihm vornehmlich dadurch, daß sie ihre Schalen dort gründen. Die Zionisten verfügen ihrer höhern Organisation gemäß über eine bei weitem größere Manigfaltigkeit der innern Beziehungen und Zusammenhänge mit Palästina, und es ist deshalb natürlich, daß sie ganz anders und viel intensiver wirken. Es unterscheiden sich die Hilfswerke der andern von den unsrigen dadurch, daß sie zwar von einem Mitgefühl, vielleicht auch von einer Vorliebe für Palästina Kunde geben, daß sie aber nicht versuchen, dieselbe so zu gestalten, als ob es ihre eigenste Sache wäre. Das einlache Geben ist unmittelbar die Folge eines Mitgefühls; sich solidarisieren, sich eins fühlen mit etwas Geschaffenem fordert ein System, setzt eine bestimmte Gesinnung voraus. Der Zionist tritt in ein Verhältnis zu den Palästinaschöpfungen. Er will die Dinge erkennen; er eignet sich die Dinge an, indem er dieselben sich vorstellt und als die seinigen in den Erscheinungen wiederfindet, wrelche er schafft. Nicht das Geben, das Schaffen ist das zionistische Merkmal. Man kann fragen, wie denn ein Schaffen sich beispielsweise in der Pflanzung eines Ölbaumes zeige, und worin dies irgendwelchen von andern gemachten Stiftungen überlegen sei. Wir behaupten keineswegs, daß an jedem Ölbaum ein nationaler Charakter nachzuweisen sei, und können zugeben, daß nicht in jeder Einzelta.t das Große enthalten sein kann. Nichtsdestoweniger liegt der Unterschied darin, das mit unserer Arbeit jedes geschaffene Werk zu einem erstrebten geworden ist. Wir haben ja nicht viel auf dem eigentlichen Gebiete der Kolonisation geschaffen, und bekanntlich haben wir uns nur vorgenommen, die Bedingungen für eine Kolonisation zu schaffen, aber in uns liegt der Keim des Schaffens, denn uns quält das Problem. Die Großphihmthropie hat dort vieles geschaffen. Ob es mehr oder weniger gelungen ist, — es ist nicht zu einem Schaffungstrieb, zu einem Schmerzgefühl des Nichtkönnens in der Diaspora geworden. Der Zionist und jeder Durchschnittszionist will ein Schaffender sein. Sein Mitgefühl erweitert, vertieft und verfeinert sich beständig, und es ist klar, daß dies die Folge ist der fortschreitenden Erkenntnis und des hierdurch mitbestimmten Wollens eines nützlichen sittlichen und selbstbewußten Nationalgeistes. Die sittliche Kraft des einzelnen erhält in den Sammlungen und Gründungen das Mittel, zur Vorstellung einer ersehnten Einheit zu gelangen. Daß diese Bildungen mangelhaft sind und beständiger Berichtigungen bedürfeil kann die Partei nicht kümmern; denn, sie muß schaffen. * * * Denkt man nicht an die Idee, sondern berücksichtigt nur die Institutionen, so schrumpft natürlich der Wirkungskreis sehr zusammen, und man erkennt weder, wiefern sie aus der Idee erwachsen, noch wie sie auf diese zurückwirken. Deshalb hielten wir Umschau

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