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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 384

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 384 (sequence 384)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 384 — 19. Bulgarien — Die Sehulexpedition der A. I. U. — Ägypten — Ständige Propagandaredner Wir befinden uns in dieser Beziehung in einem vollständigen Einklang mit den Interessen und Stimmungen, die in letzter Zeit unter unsern sephardischen Brüdern vorherrschen. Das ist nicht nur der Fall in der Türkei, sondern auch unter den Sephardim Bulgariens, die diesem Problem das lebhafteste Interesse entgegengebracht haben und noch jetzt immer mehr entgegenbringen. Der friedliche Kampf um die Schule steht im Brennpunkte aller andern Kämpfe. Die Alliance Israelite Universelle hatte bekanntlich im vorigen Jahre eine Schulexpedition nach dem Orient gesandt, um die Lehranstalten, die von ihr unterstützt werden, zu untersuchen. Unsere sephardischen Brüder erwarteten von dieser Schulexpedition ein gutes Resultat für die Einführung des nationalen Geistes in den Schulen. Man sah überall einem Kurswechsel entgegen. Diese Hoffnungen haben sich bis jetzt nicht verwirklicht. Es fehlt in den Schulen frisches, pulsierendes, ursprüngliches Hebräisch. Man vermißt auch allgemein die Begeisterung des nationalen Lebens. Viele Eltern möchten ihre Kinder in ihren Anschauungen erzogen sehen, in Anschauungen, die sich an die nationale Geschichte anlehnen und deshalb auch schon in der Schule mit aller Bestimmtheit zum Ausdruck gebracht werden müssen, um so mehr, je absoluter heute die Assimilation und je spöttischer der Indifferentismus ist. Der Zionismus hat ein eminentes Interesse daran, daß in der Schule und durch die Schule ein Geschlecht herangezogen wird, das nicht nur mit einem mehr oder minder umfassenden Quantum von aneinandergereihten Kenntnissen ausgestattet, sondern durch Vertiefung des jüdischen Gemüts und Bildung des Nationalcharakters auch sittlich gefestigt und innerlich genügend ausgerüstet ist, um den mannigfachen Gefahren erfolgreich zu begegnen, die der jüdischen Jugend bei ihrem Eintritt ins Leben harren. Es ist bezeichnend, daß wir aus jedem Winkel unserer zionistischen Partei auf die Richtigkeit dieses Problems aufmerksam gemacht werden. So wird auch in dem Bericht, der uns aus Ägypten zugegangen ist, die Bedeutung der im zionistischen Geiste geleiteten Schule hervorgehoben, die von unserm Gesinnungsgenossen Herrn Kaleb geleitet wird. Es heißt in dem Bericht ferner, der Zionismus könnte dort sehr stark ausgebreitet werden, nur müsse man dafür sorgen, daß die kulturelle Tätigkeit sich weiter ausgestalte. Es wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, ständige Propagandaredner anzustellen. Dieses Motiv wiederholt sich in manchen andern Berichten. Nur muß man den Begriff der

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