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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 382

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 382 (sequence 382)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476272--3412-3479553
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klungen ist. Sie hat es verstanden, daß die Zeiten ernst seien, und daß schwere Aufgaben der Lösung harren, daß die Partei auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit sein müsse, und es daher Pflicht sei, die geistigen Kräfte in den Dienst der zionistischen Propaganda zu stellen. Eine bessere jüdische Stimmung regt sich, wie gesagt, und die Zukunft gehört derjenigen Partei, die sich dieser Stimmung bemächtigen wird. Was unserseits nach dieser Richtung geleistet worden ist, das ist die eigene Presse und die Erhaltung des aJüdischen Verlags". Bei den knappen Mitteln, die der Organisation zu Gebote stehen, konnte nicht mehr gemacht werden. Berechtigte Mehrforderungen setzen die Existenz größerer Mittel und eines weitverzweigten Zusammenwirkens vieler Kräfte voraus. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre ergibt sich die Notwendigkeit der Schaffung und Entwicklung aller geistigen Faktoren, die geeignet sind, das geschichtliche Einheitsgefühl und hierdurch den zionistischen Enthusiasmus und die Opferfreudigkeit zu einer höhern Entfaltung zu bringen. 18. Die zionistische Bewegung in der Türkei — Unsere Aufgaben Bezeichnenderweise gestaltet sich die zionistische Propaganda nicht nur in den großen europäischen Massenzentren Rußlands und Galiziens, sondern auch im eigentlichen Orient immer mehr nach der national-geistigen Seite. Die recht eigentliche Signatur der beginnenden zionistischen Bewegung in der Türkei, die uns mit Freude erfüllt und unsere größte Aufmerksamkeit beanspruchen darf, ist eine kulturell-pädagogische. Der begeisterungsvulle Aufschwung des national-jüdischen Bewußtseins in manchen Kreisen der orientalischen Juden, besonders unter der Jugend, die Annäherung zwischen den Sephardim und Aschkenasim, die geeignet ist, das dortige bisher zerrissene und zerrüttete Judentum als ein großes, zusammenhängendes und fortschreitendes Ganzes zu gestalten und zur Geltung zu bringen, alle diese neuen Entwicklungen stellen unsern Zionismus vor die große und ehrenvolle Aufgabe, als ein jüdischer Kulturfaktor im Orient, ausgerüstet mit vorzüglichen geistigen Kräften, aufzutreten. Nur durch eine Literatur, durch eine Presse, durch das lebendige und belehrende Wort, durch Erziehung und Schulen werden wir die Sephardim, deren Pioniere sich uns bereits angeschlossen haben, dazu bringen, den alten nationalen Ruhm zu wahren und zu fördern und den Zionismus in sich so aufzunehmen, daß er nicht in einem beständigen Auf- und Abschwanken zwischen Erweckung und Abspannung erglühe und erlösche, sondern es zu einer Kontinuität, zu einem wirklichen Fortschritt kommen lasse.

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