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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 380

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 380 (sequence 380)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 380 — Die Eigenart der Verbältnisse und der Stimmungen, die man geneigt ist. als bindernde Momente zu betrachten, stellt sich bei einer richtigen Behandlung als eine erleichternde und begünstigende Vorbereitung dar. Die Unbeständigkeit der Lebensverhältnisse fordert ein festeres Sichanschmiegen an das zionistische Ideal, die Opferfreudigkeit kann wirtschaftlich und sittlich gut verwendet werden, und hauptsächlich ist es der lernende Geist, den der Zionismus nähren muß, und von dem er in wechselseitiger Beziehung getragen und gepflegt werden kann. Denn dieser lernende Geist ist der jüdische Geist, der geleitet werden kann von der Quelle der jüdischen Geschichte bis zur Mündung: Zukunft der jüdischen Nation in Palästina. Während dem ganz modernen westeuropäischen Juden die historischnationalen Begriffe oftmals in elementarer Form beigebracht werden müssen, braucht man sie bei dem Ostjuden nur wachzurufen. Es ist mehrere Male wiederholt worden, der Zionismus sei eine historische Bewegung. Es genügt aber nicht, eine Formel auszusprechen; man muß sie auch gründlich verstehen und in die Tat umsetzen. Diese Tat ist die Weckung des historischen Bewußtseins. Es ist nicht hier der Ort und es würde den Rahmen einer .berichterstatterischen Übersicht überschreiten, wollten wir dieses Problem literarisch behandeln; aber eine Erläuterung des Begriffs ist doch für die Wertschätzung des Geschehenen und des zu Geschehenden unumgänglich notwendig. Wie kann der Zionismus zu einem beständigen historischen Trieb jedes einzelnen Zionisten werden? Wie können wir die zionistische Bewegung vergrößern und ihren Bestand sichern, damit sie nicht von den vorübergehenden Erscheinungen, von den unvermeidlichen Prüfungen und Enttäuschungen, Wandlungen und Abwechslungen Schaden erleiden soll? Die Lösung dieses Hauptproblems liegt in der richtigen Methode der zionistischen geistigen Arbeit oder der historischen, erziehlichen und belehrenden Propaganda. Der Zionismus kann in unserer Zeit zu einer historischen Bewegung gemacht werden. Das westeuropäische Judentum muß belehrt, bei dem osteuropäischen Juden muß das Wissen bereichert werden. Der Zionismus fußt hauptsächlich auf dem historischen Bewußtsein der Vergangenheit. Die Vergangenheit, auf welche das Gedächtnis des urteilenden Individuums sich zu beziehen hat, damit dies*in der Fortdauer der Nationalität bleibe und diese für seinen Teil fortführe, umfaßt bekanntlich nicht nur diejenige Zeit, welche ihm selbst verflosssen ist, sondern die Geschichte des Erkennens innerhalb seiner Nationalität, wie sie in den Überlieferungen niedergelegt ist. Historische Begriffe denken, heißt Erkanntes wiederdenken. Das, was für die Bedeutung des nationalen Lebens sich in der

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