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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 378

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 378 (sequence 378)
Language
German, English, Hebrew
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— 378 mehr zu pflegen. („Chowewe Siath Eber".) Hebräische Vorträge und Vorlesungen wurden so zahlreich besucht und mit einem solchen Enthusiasmus begrüßt, daß es offenbar wurde, daß sich große Kreise des jüdischen Volkes nach dem Hebräischen zurücksehnen und in ihm Halt und Hort für die Hoffnungen und Aussichten der jüdischen Wiedergeburt erblicken. Das Volk ist noch ganz so wie früher ein lernendes und lesendes geblieben. Das Gesunde an der Entwicklung und Ausbreitung des Jiddisch wird bleiben: das wertvolle künstlerische Schaffen, eine nützliche, populäre Publizistik, aber der Absolutismus des Jiddischen, die gehässige und höhnische Stellung der hebräischen Sprache gegenüber, das Bespötteln des jüdischen Wissens, die sensationelle Seichtheil und die derbe Verrohung brennen schon jetzt wie ein Feuerwerk schnell ab. Es wird jetzt schon wieder nach hebräischen Schriften verlangt, und früher oder später wird auch die hebräische Presse den ihr gebührenden Platz wieder einnehmen. Wir mußten alle diese Momente beleuchten um aus den Verhältnissen und den Entwicklungen heraus die Lage des Zionismus in Rußland richtig zu erklären. Kein Land ist mehr geeignet, als das große Zentrum der jüdischen Massen, die Vorzüge einer tüchtigen zionistischen Arbeit hervortreten zu lassen und in den Leistungen, welche es an den Tag fördert, zugleich ein Prüfstein für die Kraft, das Geschick, den Mut und die Ausdauer unserer Partei zu werden. Keine Judenschaft, als diese vielgestaltige, an Kräften und Talenten so reiche Masse, wird dann aber auch so tief die Segnungen empfinden, welche von einer tatkräftigen nationalen und zionistischen Arbeit ausgehen werden. All die Zickzackgänge des jüdischen Geistes in Rußland führen doch am letzten Ende zum Zionismus. 15. Die Wege der Propaganda — Der Charakter des Zionismus in Ost- und in Westeuropa Aber der Weg allein genügt nicht, er mag noch so gangbar sein, es müssen Wegweiser vorhanden sein, der Weg muß von Pionieren beschritten werden, deshalb ist auch eine sichere Führerschaft und ein feines Verständnis notwendig. In den Mittelpunkten der großen jüdischen Massen und des starken jüdischen Fühlens und Denkens ist alles, was in den letzten zwei Jahren geschehen ist, nur auf eine Kraft zurückzuführen, und das ist die Kraft der Belehrung. Man muß den Entstehungsprozeß des Zionismus begreifen, um die Art und Weise zu erkennen, wie in der guten alten Zeit gearbeitet worden ist, und wie gearbeitet werden müsste, um wieder große Erfolge zu erzielen, d. h. nicht nur, um den Zionismus automatisch zu erhalten, sondern um ihm die großen Mittel zuzuführen, die notwendig sind, seine Kraft zu vergrößern.

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