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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 377

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 377 (sequence 377)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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noch das glückselige. Reich der Gesamtmenschheit, so möge sie in der Kunst und in der jiddischen Sprache leben! Diese und ähnliche Strömungen befinden sich in einem unauflösbarem Zusammenhange mit der Entwicklung der Verhältnisse unter unsern Brüdern im Russischen Reich. Dieser Richtung ist es einerseits zu verdanken, daß sich auf manchen Gebieten, insbesondere auf dem belletristischen, eine blühende jüdische Literatur entwickelt hat, die auch viele schätzbare Ansätze oder reife Werke künstlerischen Schaffens enthält und somit auch teilweise unserm national-geistigen Besitzstand zugute kommt. Am Ende ist ja auch das Volkstümliche zweifellos ein Bestandteil des Nationalen. Anderseits aber wird dieses Schaffen von einer Publizistik überwuchert, die zum Teil alle guten und — schlechten Seiten einer volkstümlichen Presse darstellt. Zu den guten Seiten gehört der Vorzug und das Verdienst, in weite Volkskreise gedrungen zu sein, die Leselust verbreitet zu haben, einen gewissen, zwar sehr bedingten und beschränkten, aber nicht zu unterschätzenden kulturellen Einfluß auszuüben, zu den Schattenseiten — die Seichtheit, die Übertreibung, die Sensationslust und das Frönen gegenüber den Instinkten der lesenden Masse. All diese Erscheinungen könnten noch geduldet werden, sie könnten auch nach einer gewissen Richtung als nützlich gelten, wenn sich nicht zugleich eine gewisse Tendenz gegen das Hebräische herausstellen würde. Ohne würdigen Ernst, ohne durchdachte Logik und ohne historische Grundlage wrurde die Phrase wieder in die Welt gesetzt, das Hebräische zeige Alterszüge, während nur das Jiddische die Farbe der Jugend aufweise. Noch drolliger mußte dieser lästernde Unsinn erscheinen, wenn die Wortführer der antinationalen Theorie versicherten, daß sie die nationalen Interessen des jüdischen Volkes keinen'Augenblick aus dem Auge verloren haben. So ist das Nationale durch die Verstiegenheiten wesentlich geschädigt worden. Aber dieser Periode ist keine lange Existenz beschieden. 14. Die Gesundungssymptome — Die neuen hebräischen Sprachvereine^ Viele Erscheinungen der letzten zwei Jahre haben den Beweis geliefert, daß sich gegen diese Tendenz die gesunderen nationalen Elemente immer mehr auflehnen und daß sich auch in den Reihen der jiddisch-Schreibenden, unter denen doch die meisten tief national fühlen und viele zu unsern besten zionistischen Kräften gehören, eine notwendige und berechtigte Bewegung gegen die Verirrungen eines überspannten, quasi volkstümlichen Antihebraismus einstellt. Es sind im Laufe der letzten Jahre verschiedene Vereine gegründet worden, die den Zweck haben, das Wissen der hebräischen Sprache zu verbreiten und auch das Hebräischsprechen mehr und

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