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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 375

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 375 (sequence 375)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 375 — jetzt bestehenden, vollständig unberechtigten Beschränkungen, die nur auf Mißverständnissen beruhen, ein Ende gesetzt werde. Vorläufig ist davon nichts zu merken, was vielleicht zum Teil an den allgemeinen Verhältnissen liegt. 13. Die Gegenwartsarbeit in Rußland — Der geistige Zustand — Hebräisch und Jiddisch — Die Gzernowitzer Konferenz Die ganz normale und ruhige zionistische Arbeit, die von unsern Freunden in Rußland gemacht wird, ist deshalb um so höher zu bewerten, als sie zu einer Zeit gemacht worden ist, wo alles andere im jüdischen Leben noch halb oder ganz zerstört darniederliegt. Die Gegenwartsarbeit ist in Rußland jetzt überhaupt sehr beschränkt, aber wo irgendwelche Versammlungen stattfinden, bei allen Veranstaltungen und Einrichtungen einer jüdischen Selbsthilfe und Selbstorganisierung arbeiten unsere zionistischen Gesinnungsgenossen wacker mit und betonen bei jeder entsprechenden Gelegenheit in nachdrücklichster Weise ihren nationalen und zionistischen Standpunkt. Jedoch um den Kreis weiter zu ziehen und um den Zionismus größer und intensiver zu gestalten, müssen noch ganz andere Kräfte herangezogen und zur Betätigung gebracht werden. Die Revolutionszeit hatte begreiflicherweise dem früher so vielseitigen und reichhaltigen schriftstellerischen und publizistischen Schaffen in unserer Nationalsprache ein jähes Ende gesetzt. Von der hebräischen Literatur und Publizistik ist nur weniges geblieben, das mit rühmenswertem Eifer erhalten wird, alles andere ist verschwunden. Der Zionismus Rußlands, die große und breite Grundlage des Zionismus der ganzen Welt, war aber zum großen Teil ein unmittelbares Produkt der literarischen und erziehlichen Arbeit, die in der geistigen Werkstätte Tag für Tag, durch das Zusammenwirken verschiedener Kräfte und Talente, gemacht worden ist. Mit dem Verlust dieses mächtigen Faktors gingen auch viele der Folgen desselben verloren, oder haben sich nur in einer verkümmerten Gestalt erhalten. Für den Zionismus im engern Sinne dieses Wortes arbeitet außer den vortrefflichen Broschürenausgaben in Odessa (jetzt in Wilna) nur das von uns begründete hebräische Wochenblatt?,Ha Olam", welches jetzt in Wilna erscheint, und der „Razswiet" in Petersburg. Diese beiden Preßorgane haben einen sehr großen Leserkreis, können aber trotz ihrer großen Ausbreitung nicht in alle jene Kreise dringen, die von den frühem altern hebräischen Zeitungen systematisch belehrt und informiert worden sind. Wir müssen einige Erörterungen allgemeiner Natur vorausgehen lassen, um zu zeigen, wie in Rußland der nationale Prozeß geschwächt worden ist, und was jetzt wieder geschieht oder geschehen soll, um ihn zu stärken.

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