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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 369

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 369 (sequence 369)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 369 — künstlerischen Schaffens veredelt sich der Volksgeschmack immer mehr. Das muß zum Nationalen zurückführen; diese Note wurde in den letzten zwei Jahren immer lauter. Ein ernstes Wollen und einen regen Eifer eines kleinen Kreises von Hebraisten zeigen auch die ersten Bände einer „Jüdischen Enzyklopädie in hebräischer Sprache", die in New York erschienen sind. Eine bemerkenswerte Entwicklung ist in dem Gedankenkampf und in dem innern nationalen Ringen des jüdischen Proletariats in Amerika zu verzeichnen. In dem auf dem Vereinigungsparteitag zu Chikago geschaffenen „Programm der Jüdischen Sozialistischen Arbeiterpartei Poale Zion" haben die Grundideen der Zionisten, Territorialisten und Sejmisten ihren Ausdruck gefunden. Der erste Programmpunkt der vereinigten Partei bezieht sich auf den sozialistischen Charakter, der, sofern er ganz allgemein ist, uns nichts angeht. Hingegen hat eine Synthese des Territorialismus und Zionismus im zweiten organischen Programmpunkt Ausdruck gefunden, welcher lautet, daß er die territoriale Lösung des jüdischen Problems in Erez Israel, worunter Palästina und die Nachbarländer zu verstehen sind, anstrebt. Das mesopotamische Projekt, als in die Grenze der Nachbarländer fallend, ist in das neue Parteiprogramm aufgenommen worden. Ferner ist die nationalkulturelle Arbeit innerhalb der Volksmassen unter Benatzung des Hebräischen und des Jüdischen scharf betont worden. Dieses neue Programm bedeutet einerseits eine Rückkehr derjenigen Vertreter des Proletariats, die sich bis jetzt als Territorialisten-Sozialisten bezeichneten, zu Palästina und den Nebenländern und anderseits — die Anerkennung des Hebräischen als eines national-kulturellen Faktors, anstatt der frühern, ganz extremen und negativen Haltung diesem historischen Element gegenüber. Es bleibt noch abzuwarten, welche Wege diese Entwicklung gehen wird, aber so viel ist sicher, daß die ganze Gedankenarbeit und all die Theorien und Programme des denkenden jüdischen Proletariats, wenn auch auf Umwegen und mit Ablenkungen, nach Zion zurückführt. Wir müssen noch Kanada erwähnen, wo wir eine starke und opferfreudige Organisation haben, die nicht nur Mittel sammelt, sondern auch ein jüdisches Leben fördert. Von einem starken nationalen Bewußtsein erfüllt, hat es diese Organisation vermocht, sich Beachtung und Berücksichtigung in allen Kreisen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung zu verschaffen. Im Süden wieder ist es Argentinien, wo nach der Auflösung der Föderation einzelne Vereine bemüht sind, den zionistischen Geist zu erhalten, zu welchem Zweck sie eine eigne Presse erhalten. Unsere Übersicht wäre mangelhaft, würden wir nicht unsere Brüder in Südafrika erwähnt haben. Der Zionismus hat dem südafrikanischen Judentum seinen Stempel aufgedrückt. Unsere 24

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