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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 365

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 365 (sequence 365)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3395-3479536
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- 365 — zionistische, wie auch die publizistisch-zionistische und die künstlerische Tätigkeit ist also kein Beiwerk, sondern ein integraler Teil unserer Arbeit. Es ist aber durchaus nicht eine isolierte Tätigkeit; sie erstreckt sich auch oder soll sich auch erstrecken auf Kreise, die formell und organisatorisch, zum Teil auch ideell außerhalb des Zionismus stehen. In dieser Beziehung haben wir zu wenig geleistet, zu wenig befruchtet und angeregt. Nur hier und da sind doch manche Merkmale eines geistigen Strebens hervorgetreten. So z. B. wird mit Bezug auf England darauf hingewiesen,daß der kleine Hebräische Kongreß, der im laufenden Jahre in Manchester stattgefunden hat, auch in einem geistigen Zusammenhang mit dem Zionismus stände, und daß ein nationaler Geistin die jüdischen Literaturvereine Englands seinen Einzug dadurch gehalten haben soll, daß die hebräische Sprache und moderne jüdische Literatur mehr Berücksichtigung als bisher findet. Die Beschlüsse des erwähnten Hebräischen Kongresses sind insofern wichtig, als sie sich auch auf das wichtige Schulgebiet erstrecken. Ein vernünftiger hebräischer Unterricht soll gefördert, hebräische Sprachvereine sollen gegründet und hebräische literarische Unternehmungen sollen unterstützt werden. Natürlich kann diese vereinzelte Tätigkeit Früchte tragen, nur wenn sie die Impulse, die Kräfte und den Stoff zu einem großen Teil von außen erhält; es müssen daher die Zusammenhänge geschaffen und die geschaffenen zu einer höhern Entwicklung gebracht werden. 8. Die Geistesarbeit in Ungarn und Holland, Frankreich, Belgien und Italien Eine hohe Wertung der geistigen Elemente und der literarischen Aufklärungsarbeit zeigte sich auch in Ungarn. In den von dort eingelaufenen Berichten wird auf die Bedeutung der Presse mit besonderm Nachdruck hingewiesen. Die Stellung der allgemein-jüdischen Presse wird als ein Moment dargestellt, welches für das Verhalten der allgemeinen Judenschaft fast ausschlaggebend wirkt. Es wird uns berichtet-, daß die Vereine nirgends den Charakter ausschließlich technischer Vereine für Sehekel- oder sonstige Sammlungen sind; sie veranstalten Vorträge, pflegen geselligen Verkehr und ermöglichen einen Gedankenaustausch, der die Grundlagen des Zionismus schafft. Sie verfügen über drei zionistische Zeitschriften und haben eine große Masse von Broschüren verteilt. Nur dank dieser Arbeit ist es ihnen gelungen, die Zahl der Anhänger des Zionismus so bedeutend zu vergrößern. Ein einziges Fühlen beherrscht jetzt die dortigen zionistischen Führer: das Bedürfnis nach neuem geistigem Stoff und nach neuen literarischen Werten.

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