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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 363

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 363 (sequence 363)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3393-3479534
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— 363 — werden von der Bildekraft des Zentralgedankens. Es ist aber, als ob eben auf Grund dieser Bildekraft sich in jeder von ihnen ein neuer Faktor erhöbe, versehen mit ausreichender Vollmacht, nach Maßgabe der ihm zu Gebote gestellten Kräfte die nationale Arbeit in einem besondern Bezirk der Tätigkeit selbständig zu handhaben, sie dessen spezifischen Bedürfnissen anzupassen, und so zu bewirken, daß etwas beinahe Selbständiges gewonnen wird, um nach einer gewissen Zeit abgeschlossen und im Dienste des Ganzen weiter verwandt zu werden. Es verharrt nicht lange in geschlossener Form in der eignen Werkstätte. Was es leistet,' wird dem Ganzen zugewandt, welches die Sprödigkeit des Einzeldaseins überwindet und es in seinen Dienst zieht. Denn jede nationale Arbeit reicht in ihrem Streben über ihre Individualität hinaus, und dient eben dadurch der nationalen Bildekraft, daß ihre individuelle Eigenschaft sich voll entfalte. Und wie soll sich unser Verhältnis diesen Einzelbestrebungen gegenüber gestalten? Ganz wie das der zionistischen Organisation zur Privatinitiative in Palästina. Sache der Gesamtorganisation ist, den Enthusiasmus und die Opferwilligkeit der Volksmassen zu erregen, die kompetenten Kräfte zusammenzufinden, zu fordern, zu mahnen, zu treiben, höchstens die Bedingungen für eine gedeihliche Geistesarbeit zu schaffen. Wir wollen ein Beispiel anführen, wie auch ohne jede Initiative von selten der Leitung diese Arbeit in verschiedenen Teilen unserer Partei in Erscheinung tritt. Im Laufe der letzten Kongreßperiode hat sich in England eine zionistische Bewegung unter einem Teil der jüdischen Studentenschaft bemerkbar gemacht. Der Zionismus dieser Kreise1 ist mn so höher einzuschätzen, als er nicht auf der Basis der gewöhnlichen Parteizugehörigkeit, sondern auf der Grundlage einer persönlich erworbenen Weltanschauung entstanden ist. Diese Bewegung, die als eine rein intellektuelle bezeichnet werden kann, berechtigt uns zu den schönsten Hoffnungen. Die Jugend wird sich mit der Zeit als die Kerntruppe des Zionismus erweisen. Sie wird in die Partei mehr Temperament hineinbringen, sie wird mehr das Geistige hervorkehren und sich mehr dem volkstümlichen ursprünglichen Grundzug des Zionismus anpassen. Werden ja einmal die Studenten, nachdem sie ihre Studien absolviert haben, ins öffentliche Leben treten und auf dieses den Einfluß der Idee ausüben, von der sie durchdrungen sind. Wir unterstreichen den idealen Charakter dieser Bewegung. Jeder Kreis muß den Zionismus seinem Kulturgrade gemäß auffassen. Wenn es für den jüdischen Kleinhändler genügt, aus Pietät für den Zionismus etwas beizusteuern, so genügt das nicht dem jüdischen Studierenden. Er sucht im Zionismus die Lösung der geistigen Probleme, die ihn beschäftigen, er sucht in ihm den Ausbau und die Betätigung seiner Ideale, und der Zionismus

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