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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 346

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 346 (sequence 346)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 346 — beschieden sein werden. Die inneren Entzweiungen müssen in unsern Reihen schweigen, weil wir mit äußeren Feinden genug zu tun haben. Wir mußten zu allen Zeiten unsere Leiber und unsere Wangen den Fäusten der fremden Völker preisgeben. Aber wir wollten doch von unsern Idealen nicht lassen. Denn die Glut unserer Liebe zu Gott und zu unserm Ideale und zu,unserm Volke war noch heißer, als die Glut der Scheiterhaufen, auf welchen man uns zu ungezählten Tausenden gebraten und verbrannt hat. (Lebhafter Beifall.) Wir wußen, daß uns doch die Hoffnung nicht entschwinden dürfe, wir wissen, daß uns eine neue Sonne aufgehen wird, und es uns beschieden sein wird, den alten Bund wieder zu schließen in der alten Heimat, auf geweihtem Boden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Darum trösten wir uns mit der alten Hoffnung: Im künftigen Jahre auf dem Berge Zion! Leschonoh haboo biruscholaim. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheiiner: Geehrter Kongreß! Wir kommen zum Schlüsse dieser IX. Tagung der Vertreterschaft unserer über die ganze Welt zerstreuten Organisation. Da ziemt es sich wohl, ein ernstes Wort der Rückschau und der Mahnung an Sie zu richten. Wenn wir nach heißem Kampfe der Parteiungen, die sich auch in unserm Lager befinden, welcher sich oft, unserm Temperament entsprechend, impulsiven Ausdruck schafft, zu der feierlichen Ruhe dieser Schlußstunde des Kongresses kommen, so scheint es uns, als ob wir die Schwingen der Geschichte über uns rauschen hörten. Wir fühlen von neuem die Verantwortung, die wir für das jüdische Volk und sein Schicksal übernommen haben. Dann durchdringt uns aber auch die Überzeugung, daß wir als Mandatare des jüdischen Volks unsere Pflicht treulich erfüllt haben. Aas dem Sturm der Meinungen sind wir zu der Ruhe der Zuversicht zurückgekehrt. Wir sehen, daß dieser Sturm nur dazu dient, nicht zu verheeren, sondern wie ein wohltätiges Gewitter die Luft reinigt, so eine gesunde Basis für die Weiterentwicklung unserer Bewegung zu schaffen. (Lebhafter Beifall.) Das Ziel; das wir uns gesetzt haben und das in unserm Programm verkörpert ist, ragt fest wie das Urgestein der Erde im brausenden Strome der Zeit. Diesen Entschluß hat auch dieser Kongreß in uns gekräftigt und gefestigt. Wenn gegen die Leitung der verflossenen Kongreßperiode mehr oder weniger schwere Vorwürfe erhoben worden sind, so galten sie nicht den Personen, sondern der menschlichen Unzulänglichkeit unserer Einrichtungen. Noch ist das Problem der Judennot ungelöst, und Millionen unserer Brüder in verschiedenen Teilen der Welt erwarten von der zionistischen Organisation, daß ihnen eine menschenwürdige Exi-

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