Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 345)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 345 — Wider, aber ein Ausweg ist gefunden, und die im Zionismus geeinigten Vertreter unseres Volkes haben schließlich eine Kundgebung ihres Willens getroffen, der wir uns alle zu beugen haben. Wenn der Sturm der Erregung in dieser Tagung häufig ins Maßlose zu steigen schien, waren wir doch alle in jedem x4ugenblick überzeugt, daß. bei allen ohne Ausnahme die Begeisterung für die Bewegung und für die Ideale das Ausschlaggebende bei der Stellungnahme war. Hochgeehrte Herren und Damen! Es ist ein altes Wort unserer Weisen: Jede Versammlung, die zu einem idealen Zweck zusammentritt, wird von Bestand sein. Und weil wir daran glauben, daß auch unsere Tagung mit Rücksicht auf einen hohen idealen Zweck zusammengetreten ist und getagt hat, sind wir überzeugt, daß die zeitweiligen Entzweiungen und Spaltungen in unserer Mitte der Bewegung als solcher nicht schaden werden. Ferner möchte ich dieselben Worte unserer Weisen auf die endgültige Ausgestaltung anwenden, die schließlich die oberste Verwaltung unserer Bewegung erlangt hat. Auch diese Verwaltung ist eine solche, die in ihrer bisherigen Zusammensetzung, wie man auch über das einzelne denken mag, von idealen Zielen getragen war. Alle , die Männer, die in selbstloser Treue in der bisherigen Verwaltung gearbeitet haben, haben sich in den Dienst unserer Ideale gestellt, und das Schlußergebnis war, daß man schließlich dem Verdienst die Ehre geben mußte, und daß sie in ihrem Bestände erhalten geblieben ist. Aber bei dem Sturme, der zuweilen bei unsern Beratungen sich erhoben hat, ist es um so mehr unsere Pflicht, den Präsidenten der Tagung, von denen der eine leider nicht mehr in unserer Mitte ist, den wärmsten Dank auszusprechen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sie haben es verstanden, trotz der bisweiligen Stürme die Versammlung mit Energie, Umsicht, hohem Ernste, musterhafter Gerechtigkeit und Unparteilichkeit zu leiten, und ciafür gebührt den Herren unser aller Dank. (Erneuter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die inneren Entzweiungen haben bei uns nicht viel zu sagen. Der Streit ist der Vater aller Dinge, hat ein alter Weiser gesagt. Die inneren Streitigkeiten müssen bei uns verstummen angesichts der äußeren Befehdungen, die wir seit zwei Jahrtausenden auszustehen haben. Und da möchte ich wieder an einen alten Gedanken, die Erzählung von Jakob, anknüpfen der in der Nacht mit einem überirdischen Wesen gerungen hat, wovon ihm der Name Israel zuteil wurde. „Denn Du hast mit Menschen und göttlichen Wesen gerungen und bist als Sieger hervorgegangen." Und da sagen wieder unsere alten Lehrer und Meister: Was unserm Stammvater zugestoßen ist, ist ein Vorzeichen für die künftige Gestaltung unserer Geschicke. Diese Erzählung lehre uns, daß äußere Kämpfe uns zu allen Zeiten