Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 347)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 347 — stenz geschaffen wird, die es ihnen ermöglicht, frei nach unserer nationalen Eigenart zu leben. Hierzu ist die Sammlung und Anspannung aller Kräfte des lebendigen Judentums erforderlich. Was unsere Propheten sagen, daß wir aus allen Teilen der Welt gesammelt werden, um wieder in die Lande unserer Väter zurückzukehren, ist es nicht schon zum Teil erfüllt? Ist es nicht eins der Wunder der Geschichte, daß diese Sammlung unter dem blauweißen Banner des Zionismus sich schon vollzogen hat? Wenn auch einzelne zur Seite stehen, das wird unsern Weg nicht aufhalten. Sehen wir doch, daß trotz aller offiziösen Zeitungsnotizen einer Hamburger israelitischen Gemeinde die jüdische Bevölkerung Hamburgs mit großer Freundlichkeit den Kongreß empfangen hat und seinen Beratungen mit großem Interesse gefolgt ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dasselbe können wir mit Fug und Hecht von der ganzen Hamburger Bürgerschaft sagen, und ich halte mich für verpflichtet, an dieser Stelle alle den Körperschaften, die uns begrüßt haben, für diesen gastfreundlichen Empfang namens des zionistischen Kongresses unsern herzlichsten Dank auszusprechen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Unsere Arbeiten wären nicht möglich gewesen, wenn nicht unsere rührige Hamburger Ortsgruppe mit aufopferungsvollem Eifer die schwierigen Vorarbeiten des Kongresses in mustergültiger Weise geleistet hätte, und zwar die Herren und Damen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Auch ihr spreche ich von dieser Stelle den Dank des Kongresses aus. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und auch die siebente Großmacht möchte ich nicht unerwähnt lassen, die Vertreter der Presse der ganzen Welt, die sich hier versammelt haben, um über die Tagung des Kongresses Bericht zu erstatten. Die liebenswürdige Anteilnahme, die aus den Berichten der Presse spricht, zeigt uns, daß diese Repräsentanten der öffentlichen Meinung von der Bedeutung und der Größe unserer Bewegung einen guten Begriff gewonnen haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Auch für die mühevollen Arbeiten der Beamten und Sekretäre der Bureaus sei namens des Präsidiums der Dank des Kongresses erstattet. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und nun zum Schluß! Als unser großer Führer Theodor Herzl noch lebte, da pflegte er mich mit einem Namen zu nennen, der mir für mein ganzes Leben teuer sein wird. Er nannte mich gern seinen „HajoF, seinen Soldaten. Ich kenne keine größere Ehre, als ein disziplinierter Soldat im friedlichsten Sinne des Wortes für die Bewegung zu sein, die Arbeiten, die uns von der Organisation auferlegt werden, pflichtgetreu zu erfüllen. Aber ich möchte wünschen, daß dieses Wort nicht nur von wenigen gelten soll. Jeder von unsern Gesinnungsgenossen, jeder Zionist sollte