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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 331

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 331 (sequence 331)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 331 — Hierzu stellt Delegierter T r i e t s c Ii folgenden Antrag: „Zu den Kosten der zionistischen Organisation soll Nationalfondsgeld nur aus den Zinsen des Nationalfonds Vermögens genommen werden." Ich stelle zunächst bezüglich der Anträge die Unterstützungsfrage. Wer für die Unterstützung des ersten Antrags, der von W o 1 f f s o h n gestellt wurde, ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Er ist gehörig u n terstüt zt. Nun stelle ich die Unterstützungsfrage auch bezüglich des zweiten Antrags, der von Herrn Melamed herrührt. Ich* frage, ob 20 Delegierte bereit sind, diesen Antrag zu unterstützen. (Nach einer Pause:) Er ist genügend u n t e r - stützt. Endlich stelle ich die Unterstützungsfrage bezüglich des Antrags Tri et seh. (Nach einer Pause:) Auch dieser Antrag scheint genügend unterst ü t z t zu sein. Ich bitte nun die Anträge ins Russische und Englische zu übersetzen. Delegierter Ussischkin übersetzt die Anträge ins Russische. Die Übersetzung ins Englische wird nicht gewünscht. Ich schreite nun zur Abstimmung. Der erste Antrag lautet: „Der Kongreß beschließt, daß sämtliche finanziellen Institutionen, die der zionistischen Organisation unterstellt sind, eine Steuer von 10°/o der Nettoeinnahmen zu den Kosten der Organisation beizutragen haben." Wer für diesen Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Die Abstimmung ist zweifelhaft. (Unruhe. — Rufe: Es haben Leute mit beiden Händen gestimmt. Rufe: Namentliche Abstimmung!) Ich werde selbst für die Ordnung sorgen. Ich werde über den Antrag nochmals abstimmen lassen, um die Meinung des Kongresses zu erfahren. Ich bitte, meinen Anordnungen Gehör zu schenken und mich nicht zu unterbrechen. Ich ersuche, den Mittelgang frei zu stellen und ebenso die Seiteugänge. Dann bitte ich die Herren und Damen, die nicht Delegierte sind, sich nach hinten zu begeben. Delegierter Reines (spricht hebräisch). Präsident Wolffcohii: Geehrter Kongreß! Ich habe den Antrag aus innerster Uberzeugung gestellt, weil ich unsere Organisation kenne und ihn für notwendig gehalten habe. Ich habe jetzt mit den Herren, die Sie bald als die Mitglieder des neuen E. A, C. wühlen werden, gesprochen. (Rufe: Das wissen wir noch nicht!) Also die vorgeschlagen werden. Dieselben haben mir erklärt, daß sie für den Antrag nicht eintreten wollen; deshalb ziehe ich ihn zurück. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es kommt jetzt der zweite Antrag zur Abstimmung, welcher lautet: „Zugunsten der Organisation mögen 10°/o von den Jahreseinnahmen aller zionistischen Institutionen, außer dem Nationalfonds und der Olbaumspende, abgezogen werden." Da die Debatte bereits geschlossen ist, kann ich dazu nur dem Herrn Präsidenten der Bank das Wort erteilen. Delegierter Dr. Katzenelsohn: Geehrter Kongreß! Ich habe nur die herzliche und dringende Bitte an Sie, Sie sollen den Antrag durchaus ablehnen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vom Standpunkt der Bank kann ich nur sagen, daß dies die größte Schädigung der Bank sein würde, nicht Avegen der 10°/o, sondern weil man ganz von dem kaufmännischen Prinzip abgehen würde, und weil man sagen würde, dies ist keine kommerzielle Unternehmung, sondern eine Schluckeranstalt. Meine Stimme ist die Stimme Jakobs, die Stimme eines Zionisten. Wenn wir uns auf den Standpunkt stellen, daß wir nicht mehr arbeiten müssen, um etwas zu erreichen, sondern daß uns die gebackenen Tauben in den Mund fliegen werden, wird uns jede Unternehmungslust fehlen. Wir müssen davon leben, was wir vom Volke bekommen, und dürfen nicht nehmen, was es von früheren Zeiten her gesammelt hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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