Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 332)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 332 — Präsident Wolffsohii: Nachdem der Hauptantrag gefallen ist, hat es gar keinen Zweck, daß Sie jetzt das Prinzip der Besteuerung noch einführen, weil diese Mittel, die jetzt noch herauskommen können, nicht im geringsten genügen werden. Ich bitte Sie daher, lehnen Sie auch die andern Anträge ab. Delegierter Dr. Becker: Ich nehme den ersten Antrag, den Herr Wolffsokn fallen gelassen hat, wieder auf. Vizepräsident Dr. Bodeiiheiiner: Ich stelle hierzu die Unterstütz uugsfrage. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist genügend unterstützt. (Unruhe.) Sie halten den Kongreß nur auf. Die Delegierten bitte ich, Platz zu nehmen, und die Nichtdelegierten ersuche ich nochmals dringend, jeder Form der Abstimmung sich zu enthalten. Denn es ist mir gemeldet worden, daß einige Niehtdelegierte sich vorhin bei der Abstimmung beteiligt haben. Es ist also streng darauf zu achten, daß nur Delegierte an der Abstimmung teilnehmen. Ich werde selbstverständlich jetzt, nachdem wir mitten in der Abstimmung sind, zunächst den eben verlesenen Antrag zur Abstimmung, bringen, welcher lautet: „Zugunsten der Organisation mögen 10°/o von den Jahreseinnahmen aller zionistischen Institutionen, außer dem Nationalfonds und der Ölbaumspende, abgezogen werden." Uber den andern Antrag kann ich erst später abstimmen lassen. Delegierter Dr. Becker: Ich sehe nicht ein, warum? Der erste Autrag ist von mir wieder aufgenommen worden, und es muß über ihn zuerst abgestimmt werden. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Wir werden über diese Dinge getrennt abstimmen. Hier sind nur die andern Institutionen besteuert. Wir werden nachher auch über die Frage abstimmen, ob auch der N. F. zu den Kosten beitragen soll. (Widerpsruch, Zustimmung, Unruhe.) Ich glaube, Sie habeu mich verstanden. (Dr. T s c h 1 e n o w übersetzt ins Bussische.) Wir schreiten zur Abstimmung. Zuerst kommen die andern Institutionen, außer dem Nationalfonds und der Olbaumspende. Wer für die Besteuerung dieser Institutionen ist, bitte ich, die Hand zu erheben. (G-eschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es folgt nun der andere wieder aufgenommene Antrag, den N. F. mit 10°/o zu besteuern. Der Antrag Becker ist soeben zurückgezogen worden. Es bleibt also auch bezüglich des N. F. bei dem eben gefaßten Beschlüsse. Damit ist diese Sache erledigt; es bleibt also, wie es bisher gewesen ist. Delegierter Trietsch: Ich nehme meinen Antrag bezüglich der Zinsen nochmals auf. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (macht eine abwehrende Bewegung). Ich unterbreche nunmehr die Sitzung bis zur Schlußsitzung, in welcher die Wahlen stattfinden und der Kongreß in angemessener Form geschlossen wird. Ick mache darauf aufmerksam, daß zu dieser Sitzung Niehtdelegierte keinen Zutritt in den Saal haben, sondern nur auf der Galerie Platz nehmen können. Ich bitte dann die Delegierten, pünktlich um 1/2l0 Uhr zur Schlußsitzung zu erscheinen. Bis dahin unterbreche ich die Sitzung. (Die Sitzung wird nunmehr um 8 Uhr unterbrochen und um 10 Uhr nachts wieder eröffnet.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte die Delegierten, ihre Plätze einzunehmen. Ich erteile zunächst das Wort Herrn Dr. Franz Oppenheirner zu einer Mitteilung. Delegierter Dr. Oppenheimer: Meine Damen und Herren! Ich habe Ihnen die erfreuliche Mitteilung zu machen, daß die Zeichnungen für den Siedlungsgenossenschaftsfonds bis jetzt die Höhe von 38 000 Kronen erreicht haben. (Lebhafter Beifall.) Ein kleiner Teil dieser Zeichnungen sind mehr oder weniger Anweisungen auf zukünftige Verpflichtungen der großem Organisationen, von denen ich überzeugt bin, daß sie eingehalten werden. Ich