Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 329

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 329 (sequence 329)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476272--3359-3479500
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 329 — geschaffen werden, damit das neue Aktionskomitee nicht sofort damit beginnen muß, Schulden zu machen, und nicht entmutigt wird, und damit unsere Beamten rechtzeitig bezahlt werden können. Bringen Sie es nicht so weit, daß wir nachher doch gewungen sind, von den Institutionen ohne Bewilligung Geld für die Bewegung zu nehmen. Die Institutionen sind nur einzelne Glieder der Bewegung. (Lebhafte Zustimmung.) Es ist nicht richtig, daß der Nationalfonds etwas ganz besonderes ist. Er ist nur ein Teil unserer Bewegung, und wenn Sie die Bewegung nicht erhalten, nützen Ihnen nicht der Nationalfonds und die Bank, und nützen Urnen nicht die Institutionen, die Sie geschaffen haben. Ich kenne kein Land, das nicht seine Gesellschaften besteuert. Sie rufen mir zu, die Schekel soll man verdoppeln. Verdoppeln Sie, und wenn sie nächstes Jahr soviel einbringen, als wir brauchen, dann können Sie den Antrag stellen, Avie ich bereits gesagt habe, die Gelder ^ogar zurückzuzahlen oder nicht mehr von unsern Institutionen zu nehmen. Es ist ein Irrtum, wenn Sie sagen, daß die Leute, die für den Nationalfonds geben, nicht für die Unkosten geben. Wenn man einen Mesehulaeh ausschickt und einen Sammler, muß man ihnen auch die Kosten vergüten, und wenn Sie die Kosten sparen wollen, wird der Betreffende nicht sammeln, und wenn man die Kosten für unsere Leitung sparen will, wird die Leitung nicht arbeiten können, und unsere Institutionen werden in erster Linie darunter leiden. Ich wundere mich nur, daß die neuen Herren, die berufen sind, die Leitung zu übernehmen, nicht selbst mit aller Schärfe für meinen Antrag eintreten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Dr. Theilltaber: Ich weiß nicht, wodurch meine Angaben über den Nationalfonds falsch sind. Einzig und allein wies der Herr Präsident, wie ich hörte,' meine Meinung zurück, die dahin ging, daß ich glaube, es würden in Zukunft die Schekelgelcler lässiger eingezogen werden. Das ist eine Uberzeugung, die ich heute habe. Aber ich habe sie nicht als ein Faktum hingestellt. Die Zahlen, die ich Ihnen über die Unkosten der N. F.-Verwaltung vorgeführt habe, habe ich aus authentischen Quellen, von den Herren der Nationalfonds-Verwaltung erfahren. Ich weiß nicht, inwiefern ich hier Unrichtigkeiten in die Welt gesetzt habe. Es ist mir dies unklar. Anderseits muß ich, so leid es mir tut, auf die Angelegenheit, die meine Zeitschrift berührt, zurückkommen. Ich bin der letzte, der den Wert meiner Zeitschrift überschätzt. (Heiterkeit.. — Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Im Gegenteil, ich halte die Zeitschrift „Palästina" als den Anfang einer Sache, die noch kommen kann und noch kommen wird, und ich habe betont, daß ich lediglich den Beweis erbringen wollte, daß die Zeitschrift materiell, das heißt, daß die Existenz der Zeitschrift, nicht der Inhalt derselben, aufrecht erhalten werden kann, das heißt, daß eine Zeitschrift, die sich mit Palästina befaßt, erhalten werden kann, ohne daß die Partei tausende von Mark ciarauf zahlen muß. Das gehört auch zum Punkte der Informierung der Finanzlage der Partei. Ich habe den Beweis geliefert, daß man Tausende sparen kann, wenn man nur will. Ich habe die technische Seite der Frage lösen wollen und auch gelöst. Was die redaktionelle Frage anlangt, so habe ich mir nie ein solches Ziel gesteckt oder erreicht. Daß mir manche Fehler bei der Redaktion unterlaufen sind, daß ich mich im Register öfters vergriffen, das stehe ich nicht an, heute wie immer zuzugeben. (Hört, hört!) Daß mir aber daraus der Vorwurf des Antizionismus gemacht wird, bedauere ich. Ich möchte nur noch kurz sagen, weshalb die Erwiderung beziehungsweise die Berichtigung nicht erschienen ist. Sie ist mir am 28. November 1909 zugestellt worden. Es ist damals schon die Nummer 12 vollkommen gedruckt gewesen. Ich habe das den Herren in Köln mitgeteilt und habe Ihnen anheim gestellt..... Präsident Wolffsohn; Sie haben eine Berichtigung gebracht, aber eine verkehrte. Sie hätten doch die richtige bringen können!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.