Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 328)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 328 — wir wirklich einmal ein paar Pfund Überschuß haben, sollen wir versuchen, die Bankpolitik auszugestalten und neue Filialen zu gründen. Verkehrt aber ist es, jetzt, viel Geld nach Köln abzuliefern, weil dann die Schekeleinsammlungen nicht mit Energie betrieben werden, sondern wesentlich zurückgehen werden. Ich formuliere kurz: Wir werden 20°/o der Einnahmen des Nationalfonds — heute sind es 303/o — der Partei zur Verfügung stellen. Damit soll sie für die Einsammlung und alle Unkosten, die damit verbunden sind, und alles, was sie sonst zur Propagierung unserer Idee verwendet, auskommen. Ich betone nochmals, 20°/o — heute sind es ca. 30°/o — und wenn sie noch 10% bewilligen, haben sie 40% des Nationalfonds. Diesen Antrag werde ich hier übergeben. Präsident Wolffsolm: Geehrter Kongreß! Ich konnte nicht genau dem Wortlaute der Rede des Herrn Theilhaber folgen. Herr T Ii eilhabe r, sind Sie Herausgeber der Zeitung „Palästina"? (Delegierter Theilhaber: Ja!) Herr Theilhaber hat hier von 10, 20, 30 und 40°/o gesprochen. Ich war nicht in der Lage, genau zu folgen. Aber da Herr Theilhaber in einer andern Angelegenheit in seiner Zeitung „Palästina" ebenfalls Angaben über unsere Institutionen gemacht hat, die nicht gestimmt haben, und da er eine Berichtigung in der Zeitschrift „Palästina" nicht aufgenommen hat, will ich es bei dieser Gelegenheit hier vorbringen. (Hört, hört!) (Delegierter Theilhaber: Zur Sache!) Ich werde zur Sache sprechen. Es ist nicht richtig, daß Sie, den ich angreifen will, mich zur Sache rufen. Sie haben in Ihrer Zeitung „Palästina" geschrieben, daß die in langen Jahren für den Nationalfonds gesammelten Millionen nutzlos in London und Köln aufgehoben werden. Das ist eine Anklage, wie ich sie von einer antizionistischen Zeitung und nicht von einer zionistischen erwartet hätte (lebhafte Zustimmung), zumal das buchstäblich unwahr ist. Der Nationalfonds und wir im Namen der Bank haben sofort eine Berichtigung an Herrn Theilhaber geschickt, und Herr Theilhaber hat in einer Weise berichtigt, wodurch er die Sache noch schlimmer gemacht hat, indem er geschrieben hat, er habe in den Angaben betreffs der Zahlen sich geirrt. Er hat unsere Berichtigung, die selbstverständlich im richtigen Tone gehalten war, nicht aufgenommen. (Hort, hört!) Über den Wert dieser Zeitung will ich nicht urteilen. Darüber werden andere urteilen. Ich habe sie nicht mehr gelesen. Ich habe nur die ersten Nummern gelesen und habe darin Dinge gefunden, die uns nur schaden können, Dinge, daß mir vom Palästinaamt geschrieben worden ist, daß degegen gewarnt werden muß. Wenn eine zionistische Zeitung etwas über den Zionismus schreibt, kann man wohl verlangen, daß sie zuerst überlegt, was sie schreibt. (Beifall.) Diese Berichtigung ist nicht aufgenommen worden. Ich bin nicht in der Lage, gegen eine zionistische Zeitung, ganz gleich, welchen Wert sie hat, gerichtlich vorzugehen. Aber hier muß ich das vorbringen. (Beifall.) Und nun komme ich zu den Ausführungen des Herrn Theilhaber, die ungefähr so stimmen, wie die Angaben in der Zeitschrift „Palästina". Herr Theilhaber sagte, .der N. F. soll nicht Gelder hergeben, damit das Zentralbureau Politik damit treibe. Die Politik des Zentralbureaus besteht aber nur darin, daß wir in der ganzen Welt arbeiten, und mindestens die Hälfte unserer Arbeit beruht darauf, daß die Zionisten für den N. F. sammeln und arbeiten. Herr Theilhaber sagte ferner, daß, wenn Geld nach Köln geschickt wird, die Schekelsammlungen zurückgehen werden. Ich weiß nicht, warum er gerade Köln nannte. Er scheint nicht von dem unterrichtet zu sein, was hier vorgeht. Er meinte jedenfalls damit, wenn dem Zentralbureau mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, wird die Energie nachlassen, um den Schekel zu sammeln. So wird das Zentralbureau nicht sein. Denn dir» Mittel, die Sie nach dem Antrage von dem Nationalfonds, der Olbaumspende und von unsern Institutionen bewilligen sollen, werden kaum ein Drittel der Kosten decken. Es soll damit nur eine Grundlage