Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 327)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 327 — Nationalfonds durchführen können, wenn die Bewegung selbst aufhört. Sie hätten keine Sammlung, wenn nicht die zionistische Bewegung die Organisation dafür geschaffen hätte; und wenn die Möglichkeit genommen wird, die Organisation zu erhalten, so möchte ich wissen, woher Sie dann Geld bekommen werden. (Zwischenruf.) Sie haben ja wohl gleich das Wort! Ich habe eine weitere Frage. Die Laiidesorganisationen selbst nehmen in keiner Hinsicht diesen Standpunkt ein. Diese besteuern den Nationalfonds überall, indem sie von den Eingängen einen Prozentsatz für ihre Unkosten in Abzug bringen. Hat das die Sammlung unmöglich gemacht? Und was will denn der Antrag anders? Als ich nach den Mitteln fragte, die außer der Besteuerung des Nationalfonds in Betracht' kommen, wurde dazwischengerufen, daß die Landesorganisationen die Schekeleingänge ganz an das A. C. abführen und keine Rückvergütungen mehr erhalten sollen. Das steht aber schon seit zehn Jahren im Statut, und erst vor zwei Jahren haben wir wieder davon gesprochen, daß der Schekel ausschließlich dem A. C. zufließen muß, und doch hat das A. C. auch heuer nicht mehr als 60°/<> des Schekols erhalten. Wir können den Landesorganisationon eben keinen Gendarm auf den Hals schicken, wir sind angewiesen darauf, was sie uns freiwillig geben. Sie können vielleicht allmählich eine Gesundung speziell in dieser Hinsicht herbeiführen, aber vorläufig besteht in der Organisation diese Gesundung nicht. Sie sind jetzt im Begriffe, die Leitung zu wählen. Sie wollen eine in nie Leitung einsetzen, weil Sie mit den Leistungen der bisherigen nicht zufrieden sind. Es steht mir nicht zu, Ihnen bei dieser Frage zu raten. Das aber muß ich Ihnen sagen: Befragen Sie sich, ob Sie nach zwei Jahren noch das Recht haben werden, Kritik an der Leitung zu üben, wenn Sie ihr heute nicht das Minimum von Mitteln gewähren, das sie unbedingt notwendig hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Dr. Theilhaber: 30°/o sind ungefähr die Unkosten, die jetzt schon von der Summe abgezogen werden, die dem N. F. zufließt. Dazu werden noch weitere 10°/o kommen, die der Partei zukommen. Ich glaube, wenn jemand 100 M. dem N. F. spendet, so hat das den Zweck, daß Land in Palästina gekauft wird, und nicht, daß er 30 M für Bureauunkosten und 10 M für die zionistische Partei beiträgt. Vielleicht ist es juristisch möglich, 10 M von der Spende nicht zum Bodenankauf zu benutzen, sondern dazu, um zionistische Parteipolitik zu betreiben. Vielleicht ist das juristisch möglich; in ünserm Denken aber liegt es sicher nicht. Mein Antrag wird später dahin gehen, daß der N. F. für die Deckung seiner Kosten mit 20°/o seiner Einnahmen bedacht wird. Er muß eben auskommen, und es wird dann die Partei vielleicht Erübrigungen machen können von den Ausweisen, von den Abzügen der Landesorganisationen, um selbst davon die Partei zu unterstützen. Dann werden wir noch mehr Gaben in den Nationalfonds bekommen als jetzt, wo wir 30°/o für den N. F. ausgeben und noch 10°/o für die Partei ausgeben sollen. Ferner wende ich mich dagegen, daß die Bank besteuert werden soll. Ich weiß wiederum nicht, ob es juristisch möglich ist, die Bank von hier aus, vom Kongresse, der nicht die Aktionäre darstellt, zu besteuern. Nehmen wir an, der Kongreß ist es imstande, so muß ich doch betonen, daß dies, kaufmännisch nicht voll und ganz berechtigt ist. Wir wollen ja eine Bank haben, ein Institut, welches Zinsen trägt, und wir klagen darüber, daß unsere Bank noch immer nicht genügende Dividenden trägt. Deshalb dürfen wir von den Erträgnissen der Bank nichts der Partei zuführen. Sonst können wir nicht an die Öffentlichkeit treten und sagen, unsere Bank trägt Zinsen, und können sie nicht dazu ermuntern, unsere Aktien zu zeichnen. Wenn u nwirklich einmal eine fette Dividende haben sollten, würden wir besser tun, einen Reservefonds anzulegen, damit nicht, wenn in Palästina einmal 20000 M verloren gehen, Herr Cowen gelaufen kommen und sagen kann: So, jetzt wird die Bank gleich pleite gehen. (Heiterkeit.) Ich glaube, wenn