Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 325)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 325 — trags auf zweierlei Weise zu begründen. Er sagte: erstens bekommen auch die Landesorganisationen vom Nationalfonds, warum nicht auch das Aktionskomitee? Zweitens ist der N. F. keine Schnorrerei, sondern eine eingetragene Gesellschaft. Er wollte damit sagen, daß der N. F. analog der Kolonialbank eine englische Gesellschaft ist. Das ist doch nicht der Fall. Es ist wohl keine Schnorrerei, aber es sind Spenden, Schenkungen, Matanoth, wenn ich nicht sagen will Nedaboth. Er ist nicht in dem Sinne eine eingetragene Gesellschaft, wie beispielsweise der J. C. T. oder sonstige Gesellschaften, die auf Gewinn oder Spekulation berechnet sind. Es sind lediglich Beträge, die man für einen gewissen Zweck spendet. Wenn er aber meinte, die Landesorganisationen bekommen auch einen Anteil, so ist das etwas ganz anderes. Die Organisationen haben wohl die Leitung der zionistischen Angelegenheiten in ihren Ländern, sie haben aber auch die Agitation für den Nationalfonds. Da die Agitation für den N. F. Ausgaben erheischt, so muß ihnen ein gewisser Betrag gegeben werden. Die Zentrale der Lancles-N.-F.-Kommissionen ist aber das Direktorium des Nationalfonds, nicht das A. C, und daß ersteres seine Ausgaben decken muß, ist selbstverständlich. Das bedurfte nicht einmal der Verteidigung des Dr. Boden heim er. Wenn Herr Schein angerufen würde, so wird er bestätigen, daß die Organisation des betreffenden Landes direkt für den Nationalfonds wirbt. Das A. C. hingegen tut dies nicht, sonst wäre das Direktorium überflüssig. Ich würde Sie darum auch meinerseits warnen, auf den Vorschlag des Eeferenten einzugehen (Zwischenruf). Ich gehöre zu denjenigen, die die ersten paar Kreuzer für den Nationalfoncls gesammelt haben, ich kenne die Institution ebenso gut wie Sie, "indem ich 20 Jahre in der Bewegung mich betätige. Der Nationalfoncls ist das populärste Institut, weit populärer als die Nationalbank und der Zionismus selbst. Das ist das einzige Dauerhafte, was wir geschaffen haben. Dieses für Parteizwecke auszunützen als eine Einnahme für die Leitung der Bewegung, wäre sehr nachteilig und ungerecht. Anderseits möchte ich noch etwas bemerken. Herr Wolffsohn hat von finanziellen Instituten gesprochen. Welche Institute er gemeint hat, haben wir nicht gehört. Die finanziellen Institute sind verschiedenartig, z. B. die Olbaumspende ist kein Institut, das auf Gewinn berechnet ist. Finanzinstitute sind aber nicht solche, bei denen man Geld spendet, sondern wo das Geld durch geschäftliche Tätigkeit sich vermehrt. Das sind Bankinstitute, da kann man sagen, ein Teil vom Ertrag soll besteuert werden. Der Nationalfoncls, der eine juristische Form annehmen mußte, wird infolge seiner Eintragung als Gesellschaft noch nicht zum Handelsunternehmen gestempelt, und wenn es auch unrichtig ist, für die Sammlung das Wort Schnorrer ei zu gebrauchen, so bleiben es doch Spenden, - welche gewidmet werden, und diese sollten uns teuer sein, aber nicht zur Besteuerung verwendet werden. Delegierter Joseph Rosenfeld: Von den vielen Reden, und wie glänzend sie auch sein mögen, wird der Nationalfonds kein Kapital schlagen; und eo ipso wird dann auch von keinen Perzenten die Rede sein. Deshalb glaube ich, wird Sie folgende Mitteilung angenehm berühren: Die russische Landsmannschaft hat in Anbetracht der fruchtbaren Tätigkeit des Vizepräsidenten Dr. Tsch'lenow und seiner Mitarbeiter speziell zur Verwaltung des Nationalfonds 213.90 Rubel zur Eintragung ihrer Namen ins Goldene Buch des Nationalfonds gesammelt. Und ich bitte die andern Landsmannschaften, diesem Beispiele zu folgen,- das wird mehr Nutzen bringen, als tagelanges Hin- und Herreden. Sekretär Berger: Ich bin nicht Delegierter, aber ich glaube das Recht yai haben, über diese Frage zu sprechen, weil ich als Beamter der Organisation einer der wenigen bin, der die ganze Misere von Grund auf kennt, in der die Leitung seit vier Jahren sich befindet, weil ihr nicht die Mittel zur Verfügung stehen, die sie zur Ausübung ihrer Zwecke braucht. Ich muß fürchten, daß ich nicht die hochklingenclen Worte finde, die mein verehrter Vorredner und der Vorsitzende des Nationalfonds zur Verteidigung ihrer Po-