Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 324)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 324 — N. F. für ausschließliche Parteizwecke zu verwenden, werden sich alle diese Kreise, die sich heute mit großer Sympathie dem N. F. nähern, wieder von uns entfernen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Unser verehrter Präsident sagt, wir müssen den Beitrag leisten, weil die zionistische Organisation den N. F. auch ihrerseits fördert, weil ohne die zionistische Organisation der N. F. nicht begründet worden wäre und nicht existieren könnte. Ich schließe aus diesem selben Satze das Umgekehrte, indem ich sage, wenn unsere Sammelstellen für den N. F. arbeiten, so arbeiten sie zugleich, und zwar auf einem andern Wege, vielleicht auf einem gerade so guten Wege, für die zionistische Organisation und für die zionistische Bewegung. Wir sind in der Lage, durch die Popularität des Jüdischen Nationalfonds schließlich auch die zionistische Bewegung und die zionistische Organisation selbst populärer zu machen, als sie heute ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Deshalb habe ich es zum Grundsatze für alle Sammelstellen in der ganzen Welt erhoben, daß sie nicht nur für die Arbeiten des N. F. zur Verfügung stehen, sondern für die Arbeiten aller unserer finanziellen Institutionen. Sehen Sie sich unsere jüdischen Zeitungen an, sehen Sie sich die Zeitungen der zionistischen Bewegung an, wo über die Sammlungen Bericht erstattet wird, welche von den N. F.-Sammelstellen erfolgen, und Sie werden die Erfahrung machen, daß von den Sammelstellen des Jüdischen N. F. eine Sammeltätigkeit nicht nur für den N. F. geleistet wird, sondern auch für die P. L. D. C, für die A. P. C, für die Olbaumspende, für den Bezalel und für alle Institutionen, die uns wTert und teuer sind. Wir haben nicht die geringsten Bedenken, unsern Sammelstellen diejenigen Mittel zu bewilligen, die erforderlich sind, um auch diese Sammeltätigkeit fortzusetzen. Aber wir müssen uns dagegen sträuben, daß außer diesen großen Lasten, welche wir im Interesse der gesamten Bewegung übernommen haben, uns noch spezielle Lasten aufgebürdet werden, Lasten, die dazu dienen, daß wir schließlich unter diesen Lasten erliegen, und daß der N. F. zusammenbricht. Das wird ein großer Schaden für die zionistische Organisation sein, der wTeit größer ist, als der Nutzen für die Organisation, wenn sie mit diesen 10°/o vom N. F. rechnen kann. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Taubes (Czernowitz): Geehrter Kongreß! Ich gehöre, wie Sie sehen, sicherlich nicht zu den Delegierten, die Ihre Zeit resp. die kostbare Zeit des Kongresses oder Ihre Geduld zuviel in Anspruch nehmen. Ich rede jetzt zum Schlüsse ein paar Worte, weil ich die Sache für sehr wichtig halte. Ich gestehe offen, ursprünglich, als der Herr Präsident Wolffsöhn in Vertretung ,des Kefereilten Dr. Hantke uns den Vorschlag , vorbrachte, man möge „maasser", wie er sich ausdrückte, das heißt 10°/o des Ertrages der zionistischen Finanzinstitute für die Ausgaben der Organisation bewilligen, dachte ich, wie es jeder andere begreifen würde, es handle sich wirklich um den Rewach, um den Ertrag von solchen Finanzinstituten, die einen Ertrag haben, und sagte, wenn der Ertrag so und so viel ausmacht, soll der zehnte Teil davon heruntergenommen werden. Nun stellte sich bald heraus, daß es speziell in bezug auf den N. F. -sich nicht um den Ertrag und auch nicht, wie gemeint wurde, um die Einnahmen handelt, sondern um die Eingänge. Herr Präsident Wolffsohn bemerkte richtig, in dieser Frage ist er sehr kompetent, Ertrag und Einnahme sind-nicht identisch, aber auch Einnahmen und Eingänge sind nicht dasselbe. Unter Einnahmen versteht man auch in einer Bilanz die Einnahmen eines Geschäfts. In dem einem Artikel wird soviel verdient, in einem andern soviel. Die Ausgaben sind die Betriebskosten. Die Differenz bildet den Reingewinn. Eingänge des N. F. hingegen sind reine Spenden. Wenn jemand eine Mark spendet, so würden also neunzig Pf ennig als Spende betrachtet und zehn Pfennig würden zu den Kosten der Organisation verwendet werden. Vor mir hat auch schon der Obmann des N. F. gesagt, daß dies nicht im Interesse des N. F. gelegen ist. Ich möchte noch' bemerken, es hat dem Herrn Präsidenten Wolffsohn beliebt, die Richtigkeit seines An-