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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 321

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 321 (sequence 321)
Language
German, English, Hebrew
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— 321 — Wir wollen unsere Journalisten damit betrauen, daß sie den Text redaktionell abfassen. Aber zwischen Einnahmen und Gewinnen zu unterscheiden, bin ich kompetent. Gewinn ist es etwas anderes als Einnahmen. (Ruf: Reingewinn!) Es ist besser, wenn wir sagen, von unseren Nettoeinnahmen. Das dürfte der richtige ^kaufmännische Ausdruck sein. Das heißt also, nach Abzug aller Kosten hätten diese Finanzinstitutionell 10ü/'o zu den Kosten der Organisation beizusteuern. Sie schaffen damit eine Grundlage für die finanziellen Einnahmen der zionistischen Organisation. Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Melamed: Ich möchte Sie warnen, diesen Antrag anzunehmen. Zum Nationalfonds geben alle Juden, auch Nichtzionisten. Was für einen Eindruck muß es machen, wenn wir beschließen, auch der Nationalfonds soll herangezogen werden. Ich beantrage also: „Zugunsten der Organisation mögen lü°/o von den Jahreseinnahmen aller zionistischen Institutionen außer dem Nationalfonds und der Olbaumspende abgezogen werden." Delegierter Schachtel: Ich möchte zunächst darauf hinweisen, daß ich es doch für bedauerlich halte, daß dieser Antrag, der eine so wichtige Frage betrifft, jetzt erst, in dieser Stunde dem Kongresse vorgelegt wird, wo eine so große Unruhe herrscht und viele gar nicht anwesend sind. Ich glaube, die Frage ist so wichtig, daß es besser gewesen wäre, sie in einem Momente zu verhandeln, wo mehr Delegierte anwesend sind. Ich will aber keine Kritik an der Verhandlungsleitung üben. Die Frage liegt vor, und da möchte ich beantragen, daß erst prinzipiell abgestimmt werde, ob überhaupt eine Besteuerung von Institutionen erfolgen soll, und daß über die einzelnen Institutionen dann gesondert abgestimmt werde. (Zustimmung.) Ich glaube, daß der größere Teil der Anwesenden mit mir eines Sinnes sein wird, daß mau wohl die Kolonialbank besteuern soll, aber die andern Institutionen nicht. Ich persönlich möchte mich ganz besonders dagegen aussprechen, daß man den Nationalfonds und die Ölbaumspende besteuert. (Präsident Wolffsolin: Das geht nicht!) Es tut mir leid, wenn ich mich dabei mit Herrn Wolffsohn in Widerspruch setze. Ich gebe zu, daß man sagt, wir Zionisten arbeiten als zionistische Organisation sowohl für den Nationalfonds wie für die Olbaumspende. Aber ich glaube, daß der Nationalfonds ohnedies schon die Bewegung unterstützt. Wenn der Nationalfonds die letzten Seiten der „Welt" bezahlt, so ist dies eine Unterstützung der „Welt", und nur so kann man die Kosten der „Welt" reduzieren. Des weiteren trägt der Nationalfonds meines Wissens zu den Kosten des Kölner Bureaus bei; auch das fällt ihm zur Last. Der Nationalfonds trägt anderseits bei, und mit Recht, zu den Kosten des Palästinaamtes. Wenn man das zusammenfaßt, ist der Nationalionds zur Genüge belastet. (Rufe: Er ist dazu da!) Ganz recht, aber es ist genug. Es wurde immer geklagt, daß der Nationalfonds zu große Unkosten habe. (Ruf: Heuer nicht, denn es lag keine Bilanz vor!) Das wird nicht besser werden, wenn wir ihm noch 10°/o Abzug vom Reingewinn aufbürden. Noch ein Moment möchte ich hervorheben. Sowohl für den Nationalfonds als auch für die Ölbaumspende versuchen wir nach Möglichkeit unter den Nichtzionisten zu agitieren. #< Wir sagen ausdrücklich in der Agitation, daß der Nationalfonds und die Olbaumspende keine rein zionistischen Institutionen sind. Ich kann das sagen als einer derjenigen, die sich bemühen, für diese Einkünfte tätig zu sein. Man wird uns entgegenhalten: von dem, was für den Nationalfonds gegeben wird, nehmt ihr herunter für eure Organisation. Das geht nicht, und ich möchte daher bitten, die Besteuerung des Nationalfonds und der Olbaumspende zu unterlassen. Was die letztere betrifft, so möchte ich noch ein Wort?1

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