Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 310)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 310 — zu ändern, die wir für die Beschlüsse dieses Kongresses notwendig ändern müssen. Damit Sie keine Rätsel raten, bemerke ich, es sind verschiedene Paragraphen bezüglich der Leitung, die nach den Vorschlägen des Permanenzausschusses geändert werden müssen. Deshalb glaube ich7 Sie werden am besten tun, wenn Sie meine Vorschläge annehmen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Tscblenow: Wir schreiten zur Abstimmung, und zwar werde ich mit dem, was uns von Herrn Wolf f söhn vorgeschlagen wurde, beginnen. Sie haben seine Vorschläge gehört. Darin sind auch die Vorschläge des Herrn Dr. B o d e n h e i m e r enthalten. Darnach soll der Permanenzausschuß vom Kongreß beauftragt werden, nur diejenigen Änderungen vorzuschlagen, die im Einklang mit den Vorschlägen über die zukünftige Leitung sein werden, die uns der Permanenzausschuß vorschlagen wird. Diejenigen, die hiermit einverstanden sind, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Ist angeno m m e n. Nun folgen die andern Anträge, und wir wrerden den Permanenzausschuß bitten, er möge im Einklang mit den Vorschlägen, die er machen wird, Änderungen des bestehenden Organisationsstatuts uns unterbreiten. Wir haben jetzt den ersten Teil beschlossen, und wir werden dem Permanenzausschuß den Auftrag des Kongresses übermitteln. Es bleibt uns noch übrig, zu bestimmen, inwieweit das Große A. C. berechtigt ist, Änderungen vorzunehmen oder dem nächsten Kongresse zu unterbreiten. In diesem Sinne erteile ich Herrn Dr. B o d e n Ii e i in e r das Wort. Dr. Bodeiiheimer: Geehrte Kongreßmitglieder! Ich habe eine dringende Bitte an Sie. Es ist ganz natürlich, daß die Kongreßdelegierten den Wunsch haben, daß ein Organisationsstatut von ihnen auch gründlich beraten und beschlössen wird; aber unser verehrter Präsident hat eben ein sehr bedeutendes Wort an mich gerichtet, das mich veranlaßt hat, auf der Wahl dieses Organisationsausschusses, den ich für den Kongreß gewünscht hätte, nicht zu bestellen. Unser verehrter Präsident hat mir gesagt, unsere Bewegung und der Zionismus müssen uns über alles gehen, und dieses Wort möchte ich bitten berücksichtigen zu wollen. Unsere Organisation ist schlecht, sehr schlecht. Ich glaube, über diese Tatsache selbst ist kaum irgendein Zweifel bei irgendeinem, der mit der Organisation in irgendeinem Lande etwas zu tun hat. (Ruf: Diese Vorschläge würden sie noch verschlechtern!) Gut, deshalb sollen sie gründlich geprüft werden. Aber dazu ist heute keine Zeit. Also dieser Kongreß kann keine Beschlüsse in dieser Eichtling fassen. Wenn Sie nun die Sache dem A. C. bloß zur Beratung übergeben, dann werden wir wieder zwei kostbare Jahre verlieren, wo wir mit einem Organisationsstatut arbeiten müssen, von dem die jetzige Leitung erklärt, daß es unmöglich ist, damit 'einen Aufschwung der zionistischen Bewegung zu schaffen. Das ist ein Grund, den jeder Delegierte auf das tiefste beherzigen sollte. Die Sache wird ja nicht dem Kongresse entzogen. In unserm jetzigen Statute steht nun leider die Bestimmung, daß das Organisationsstatut nur vom Kongreß geändert werden kann. Diese Bestimmung soll auch bleiben, aber erst dann, wenn wir ein ordentliches Statut geschaffen haben. Ich mache auch nicht den Vorschlag, daß dieses Statut in diesem Punkte geändert werden soll. Aber weil wir heute im Zionismus gewissermaßen in einem Ausnahmezustande leben, weil wir in der Ungewißheit uns befinden, wie die neue Leitung beschaffen sein wird, wollen wir der neuen Leitung die Möglichkeit geben, die Sache vorzubereiten und innerhalb der nächsten zwei Jahre den Versuch damit zu machen. Wenn sich zeigt, daß dieser Versuch nicht gelungen ist, dann ist nach zwei Jahren der Kongreß immer noch in der Lage, zu sagen, diese Änderungen gefallen uns nicht, wir beschließen, das Statut in diesem oder jenem Punkte anders zu fassen. (Zwischenruf des Delegierten Rosenfeld.)