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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 301

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 301 (sequence 301)
Language
German, English, Hebrew
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— 301 — gekommen ist. Wenn wir all denen unsere Mißbilligung' aussprechen würden, die sich dessen schuldig gemacht haben, so müßten wir sehr vielen Mitgliedern unsere Mißbilligung aussprechen. Und deshalb schlage ich vor, von dieser Sache jetzt Abstand zu nehmen. (Hufe: Er soll sich entschuldigen!) Delegierter Dr. Becker: Geehrter Kongreß! Ich habe mir nur kurz das Wort erbeten, um den Antrag einzubringen, über die ganze Angelegenheit Cowen zur Tagesordnung überzugehen. (Beifall.) Ich finde, daß es zuviel der Ehre ist, über einen solchen Vorfall, der, was auch Herr Kann sagen mag. in der zionistischen Bewegung bisher einzig dasteht, überhaupt hier zu debattieren. (Erneuter Beifall.) Wenn Sie die Briefe Cowens überhaupt sachgemäß erledigen wollten, müßten Sie ein Gericht einsetzen, das ist hier in zehn Minuten nicht zu machen. Ich glaube aber, daß es nicht angeht, daß man einem Mitgiiede des E. A. C. drei Wochen vor dem Kongreß schreibt: Sie sind unfähig, Sie müssen aus der Leitung unserer Bewegung ausscheiden! Das war doch der Sinn und Zweck der Briefe. Man sagt im allgemeinen: im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist, aber ich glaube, im Englischen ist dies noch mehr der Fall. Sonst hätte Cowen eine andere Form für seine Briefe finden müssen. Ich beantrage daher, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Das wird die beste Antwort auf Cowen sein. (Beifall und Unruhe.) Delegierter Bettelheim: Ich beantrage, die Affäre Cowen ohne Debatte dem Kongreßgerichte zu überweisen Delegierter Dr. Daiches: Das ist nicht gut. Vizepräsident Dr. Bodenlieimer: Ein anderer Antrag besagt: „Der Kongreß erklärt, daß er mit der Art und Weise, in der Herr Cowen Herrn Professor Warburg angegriffen hat, nicht einverstanden ist. Delegierter Israel Cohen: Geehrter Kongreß! Ich habe Ihnen ein Amendement zum Antrage des Herrn Dr. Daiches vorzulegen. Dieses mein Amendement ist folgendes: „Der Kongreß bringt sein Bedauern über die Veröffentlichung der Cowen -W a rb u r g- Korrespondenz zum Ausdruck.14 Ich will nur einige Worte darüber sagen. Es ist nicht die Verantwortlichkeit von Cowen, daß diese Briefe veröffentlicht wurden. Herr Cowen hat unserm Präsidenten versprochen, daß er diese Briefe nicht veröffentlichen würde. Trotzdem wurden die Briefe veröffentlicht, und wir sollen unser Bedauern darüber ausdrücken. Ich glaube, damit werden die beiden Seiten zufrieden sein. (Dr. Daiches: Das ist ein Mißtrauensvotum gegen Warburg.. — Zwischenrufe und Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheiiner: Ich bitte die Delegierten, die Plätze einzunehmen. Wir müssen die Anträge, die gestellt werden, geschäftsordnungsmäßig erledigen. Wenn alle durcheinander schreien, ist dies absolut undenkbar. Jeder hat die Möglichkeit, seine Ansicht zur Kenntnis des Kongresses zu bringen; dafür gibt es Feder und Papier, ich bitte, dies zu tun. Herr Dr. Marguli es beantragt: „Angesichts der Vertrauenskundgebung für Professor Warburg, welche der Kongreß einstimmig beschlossen hat, geht derselbe über die Angriffe Cowens zur Tagesordnung über." (Rufe: Abstimmen!) Es wird beantragt, über diesen Antrag sofort abzustimmen. (Beifall.) Nach der Geschäftsordnung ist dies ein Antrag auf Schluß der Debatte. (Delegierter Cowen: Ich muß mich doch verteidigen!) Herr Cowen, Sie werden doch nicht voraussetzen, daß ich etwas tun werde, was geschäftsordnungSAvidrig ist. Nach unserer Geschäftsordnung muß über diesen Antrag sofort abgestimmt werden, weil es ein Antrag auf Schluß der Debatte ist. Es hat jetzt der Herr Antragsteller das Schlußwort. In diesem Falle, wo es sich um eine Kundgebung gegen ein Mitglied des Kongresses handelt, ist es selbstverständlich, daß Herr Cowen gleichfalls noch zum Worte kommt. (Rufe: Und Warburg?) Es ist bei Beginn des Kongresses mitgeteilt worden, daß die Mitglieder des E. A. C. jederzeit das Recht haben, das Wort zu

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