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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 300

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 300 (sequence 300)
Language
German, English, Hebrew
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— 300 — photographieren zu lassen, finden jetzt dazu im Hochzeitssaale zwischen 1 und o Uhr Gelegenheit. (Unruhe.) Ich bitte jetzt um Ruhe und erteile das Wort Herrn K a n n. Mitglied des E. A. C. Kann: Geehrter Kongreß! Der Antrag des Herrn Dr. Daiclies lautet (liest) : „Der Kongreß gibt hiermit seiner Entrüstung über die von Mr. Josef C o w e n an Professor W a r b u r g gerichteten Briefe lebhaften Ausdruck und hält es für ratsam, daß Mr. Cowen sein Amt als Direktor des J. C. T. niederlegt." (Unruhe.) Ich möchte zu diesem Antrage das Wort nehmen, kann dies aber nur dann tun, wenn Sie ruhig sind. (Die Unruhe hält an.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Meine Herren, so können wir nicht verhandeln. Sie müssen selbst für Ruhe sorgen. Kann, (fortfahrend): Es ist mir nicht darum zu tun, Herrn C o w e n zu verteidigen. Es ist viel über die Form des Briefwechsels gesagt worden. Mein Freund Cowen ist, wie die Franzosen sagen, ein enfant terrible; er sagt die Wahrheit in einem sehr unpassenden Momente. Es war gewiß nicht angebracht, jetzt mit dieser Sache vor dem Kongreß zu kommen. Es ist auch nicht richtig, davon zu sprechen, daß man der P. L. D. C. sein Geld schenkt. Die P. L. D. C. ist eine Gesellschaft auf geschäftlicher Basis. Aber wenn hier auch von verschiedenen Seiten die Form und Weise gerügt worden ist, in welcher Herr Cowen gemeint hat-, seine Beschwerden zur Kenntnis bringen zu sollen, so müssen wir doch anderseits gerecht verfahren. Ich sagte eben schon, Herr C o w e n ist mein Freund. Aber wenn auch Herr C o w e n nicht mein Freund wäre, so muß das, was recht ist, recht bleiben. (Zustimmung.) Die Tatsachen, die da erwähnt worden sind, sind zum großen Teile richtig. Ich möchte dabei den Brief von Professor W a r b u r g erwähnen. Der Brief wird damit begonnen, daß Professor War bürg sagt, daß er nichts ohne geschäftliche Berater unternommen hat. Diese geschäftskundigen Berater wären die Direktoren des J. C. T. gewesen. Herr Professor War bürg hat in seinem Briefe die Verantwortung auf diese kundigen Berater geschoben; aber das geht doch nicht an. Herr Professor Warburg hat uns wiederholt vorgeworfen, daß die A. P. C. die Phosphatangelegenheit in Palästina nicht gemacht hat. Ich habe vor mir einen Prospekt des Palästina-Industriesyndikats. Es stellt darin: „Die Geschäftsführung wird van Professor War bürg und Dr. Soskin übernommen." Und dann wird darin gesprochen, daß verschiedene Sachen vorliegen, daß man aber vorläufig nur an die Ausführung eines engern Programms denkt. Was ist nun das engere Programm? Das engere Programm umfaßt bauliche Unternehmungen, Ausbeutung der Salze des toten Meeres nncl der Phosphate. (Hört, hört!) Uns wirft Professor War bürg vor, daß wir die Sachen nicht machen, und Herr Professor War bürg, der die Leitung des Palästina-Industriesyndikats hat, hat in dieser Sache bis heute nichts von sich hören lassen. Wenn Herr Dr. Pasmanik davon gesprochen hat, daß die Direktoren sich nicht persönlich bei verschiedenen Projekten und Projektchen von Professor Warburg beteiligt haben, da muß man sich fragen, weshalb haben die Direktoren sich dabei nicht beteiligt, und ich will Ihnen sagen, weshalb. Wir schätzen alle Herrn Professor Warburg sehr hoch. Aber wir müssen auch sagen, was wir nicht hoch schätzen. Das ist nämlich das geschäftliche Disponieren von Professor Warburg, und das ist die Ursache, weshalb wir uns in diesen Sachen nicht oder wenig beteiligt haben. Ich habe diese Aufklärung für erwünscht gehalten und will nun zum Schluß kommen. Ich glaube, die beste Lösung wäre die, daß Professor Warburg — er ist glaube ich selbst einverstanden — die Geschäftsleitung des Palästinaressorts dem Zentralbureau überläßt. Was den Briefwechsel anbelangt, ist es richtig, daß Mr. C o w en in der Form gefehlt hat; aber bei uns ist dies leider kein vereinzelter Fall. Es ist wiederholt vorgekommen, beim Kongresse und bei den A. C.-Sitzungen uswr., daß man andern nicht höflich entgegen-

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