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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 297

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 297 (sequence 297)
Language
German, English, Hebrew
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— 297 — Teil des Antrags zu formulieren. Denn meiner Ansicht nach ist der zweite nicht dein Inhalte nach, sondern nur in der Form unannehmbar. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte, dies rasch zu formulieren. Ich werde in der Zwischenzeit eine mehr formelle Angelegenheit erledigen. Delegierter Dr.Oppenheimer: Der Antrag Simon lautet folgendermaßen: „Der Kongreß fordert die möglichste allmähliche Einschränkung der europäischen Geschäfte des J. CT. und die Überleitung der frei werdenden Mittel nachPalästina.u Die Herren haben nur Bedenken, daß man ihnen banktechnische Unmöglichkeiten zumutet, die Mittel, die sie in England brauchen, auch nach Palästina zu transportieren. Wir stehen auf dem Standpunkte, daß dies unmöglich ist. (Unruhe.) Präsident Wolifsohn: Geehrter Kongreß! Jeder von uns hat den Wunsch, daß unsere Mittel nach Palästina hinüberkommen, und wir wollen daher den Antrag in der Weise formulieren: „Der Kongreß wünscht, daß die Mittel des J. C. T. allmählich nach Palästina hinübergeleitet werden.". Damit können wir uns alle einverstanden erklären. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodeiiheimer: Ich stelle den zweiten Teil des Antrags zurück, bis Herr Simon sich mit der Bank geeinigt hat. Es ist noch eine Mitteilung zu machen, und bitte ich um Ihre freundliche Aufmerksamkeit. Ich erteile hierzu Herrn Professor War bürg das Wort. Professor Warburg" (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Es handelt sich hier um Richtigstellung einer Mitteilung, die gestern betreffs der Aiko gemacht wurde. Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, daß ich dieses Memorandum doch gelesen habe. Das, was gestern daraus zitiert wurde, waren nur einzelne herausgerissene Sätze, und die habe ich gestern nicht wiedererkannt. Ich glaubte vielmehr, es sei ein Memorandum, das Herr Dr. Nossig in Konstantinopel aufgesetzt hat. Nachdem ich darauf aufmerksam gemacht worden bin, habe ich das Memorandum durchgesehen und tatsächlich gefunden, daß es dasselbe Memorandum ist, welches in einer Sitzung des Vorstandes der Aiko besprochen wurde, an der Herr Dr. Hey mann und auch ich teilgenommen haben, während Herr Dr. Friede mann, der hier berichtet hat, fortgegangen ist. Die einzelnen dort angeführten Sätze fallen in dem ganzen Schriftstück nicht auf und haben für den Zionismus keine Bedeutung. Wenn man sie aber zusammenträgt, machen sie einen ganz andern Eindruck, wie gestern hervorgehoben wurde. Es wird in dem Schriftstück nur ein einziges Mal der Zionismus erwähnt, das heißt, es wird gesagt, daß diejenigen, die das Memorandum unterschrieben haben, nicht dem Zionismus angehören. Das ist auch tatsächlich richtig; unterschrieben ist das Memorandum nur von Herren, die keine Zionisten sind, nicht von der Aiko resp. dem Vorstand derselben. Ich stelle das fest und bemerke nochmals, daß Herr Dr. Friedemann vorher aus der Sitzung fortging und daß auch Herrn Dr. Ginsberg in dieser Hinsicht keine Schuld trifft. Er hat in jeder Beziehung loyal gehandelt und steht, wie der gesamte Vorstand, auf dem Standpunkte, daß ihm nichts ferner liegt, als gegen den Zionismus zu arbeiten. Ich halte es natürlich für unsere Pflicht, jede philanthropische Unternehmung in der Türkei, nicht nur in Palästina, sondern auch in den Nachbarländern zu unterstützen, soweit es in Unserer Möglichkeit liegt, auch wenn sie nicht von Zionisten ausgeht. (Beifall.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer; Verehrter Kongreß! Sie haben eben die Mitteilung unseres verehrten Professors Warburg gehört. Der größte Teil von Ihnen war zugegen, als gestern die Angelegenheit erörtert und das Dokument verlesen wurde, aus dem sich ergab, daß die Behauptung unseres verehrten Präsidenten Wolffsohn durchaus richtig ist, daß in den offiziellen Dokumenten der Aiko Verdächtigungen der zionistischen Organisation enthalten sind.

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