Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 296)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 296 — dert, daß der Kongreß erklärt, es sei ein geschäftlicher Nonsens, daß man Geschäfte macht, wenn man keinen Gewinn erzielt. Ich habe gefordert, daß die Gelder wirklich parat seien. Meine Auffassung, glaube ich, steht der Auffassung der Direktoren nicht entgegen, sie ist nur eine organische Fortsetzung der Auffassung der Direktoren, die jetzt, ich weiß nicht, aus welcher Befangenheit, sich scheuen, mit den Geldern nach Palästina zu gehen. Es ist auch nicht richtig, daß die Annahme eines derartigen Antrags irgendwie den Kredit der Bank schädigen könnte; ich.will auch keine Auflösung der Bank, ich will nur die Auflösung gewisser Teile aus dem Komplexe der Geschäfte, geradeso wie jede Bank, die Kontokorrent- und Wechselgeschäfte betreibt, in einer Sitzung beschließen kann: Wir wollen uns mit einem Zweige mehr beschäftigen und den andern nach und nach aufgeben. -Um aber den letzten Besorgnissen des Kongresses entgegen zu kommen , will ich meinen Antrag modifizieren, vielleicht findet er dann die Zustimmung der Direktoren. Es handelt sich um keine technische, sondern um eine rein prinzipielle Frage, um die allmähliche Liquidation der Mittel der Bank. Ich beantrage also im zweiten Teile meines Antrages: „Der Kongreß fordert die allmähliche möglichste Einschränkung des europäischen Geschäfts des J. C. T. und die Überleitung der frei werdenden Mittel nach Palästina." Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Wir schreiten zur Abstimmung, ich bitte, den Mittelgang frei zu halten. Sodann ersuche ich die Herren und Damen, die nicht Delegierte sind, auf die Seite zu gehen, und bitte dann auch, die Seitengänge frei zu stellen. Der Antrag Simon wurde im zweiten Teile in der Richtung modifiziert, daß er lautet: „Der Kongreß fordert die allmähliche möglichste Einschränkung des europäischen Geschäfts des J. C. T. und die Überleitung der frei werdenden Mittel nach Palästina." Bitte dies zu übersetzen. (Die Delegierten Ussischkin und Beut wich geben die russische und englische Übersetzung.) Der Antrag Simon besteht aus zwei Sätzen, und es wird beantragt, über jeden Satz besonders abzustimmen. (Die Delegierten Ussischkin und Bentwich übersetzen dies ins Russische und Englische). Der erste Teil des Antrags Simon lautet: „Der Kongreß ist der Ansicht, daß die gegenwärtige geschäftliche Tätigkeit des J. C. T. in Europa außerhalb der Interessensphäre der zionistischen Bewegung liegt." Wer für diese Erklärung ist, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der erste Teil des Antrags ist mit 111 gegen 106 Stimmen abgelehnt. (Rufe: Namentliche Abstimmung!) Es wird mir mitgeteilt, daß die Abstimmung angezweifelt wird. Ich werde also die Abstimmung wiederholen. (Lärm und Widerspruch. — Zustimmung.) Ich bitte, den Mittelgang frei zu stellen. Die Nichtdelegierten bitte ich, nach hinten zu gehen, die Ordner bitte ich, sich in den Gängen aufzustellen. (Großer Lärm und Zwischenrufe.) Ich habe bloß die Meinung des Kongresses über diesen Antrag festzustellen und bitte um strikteste Ruhe. Die Schriftführer ersuche ich, genau zu zählen, und zwar die Schriftführer auf dieser (rechten) Seite bitte ich, auf der rechten Seite zu zählen, die andern Schriftführer auf der linken Seite. Wer für den Antrag Simon im ersten Satze ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der erste Satz des Antrags ist mit 138 gegen 121 Stimmen abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir kommen nun zum zweiten Satze. Delegierter Dr. Katzenelsohn: Vielleicht gestatten Sie mir einige Minuten, um pine Rodaktion, die für uns annehmbar wäre, in bezug auf den zweiten