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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 294

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 294 (sequence 294)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 294 — worden zu sein, daß das Präsidium wünscht, daß der Kongreß seinen Beifall oder sein Mißfallen den Eednern zur Kenntnis oder zum Ausdrucke bringt. Das ist absolut nicht die Meinung des Präsidiums. Ihre Entschließungen und Ihre Meinung werden Sie auf eine Art zum Ausdrucke bringen, die sehr geräuschlos und sehr still vor sich geht, nämlich durch Erheben der Hände. Ich bitte also darauf Rücksicht zu nehmen, daß die Arbeiten des Kongresses durch jeglichen Zwischenruf erschwert werden, und ich bitte, sich derselben zu enthalten. Delegierter Kessler; Der Antrag Simon enthält schwerwiegende und technisch bedeutende Fragen. Wenn wir uns über eine technische Frage oder über eine medizinische Frage unterhalten wollen, so werden wir dies im Vereine mit Technikern bzw. Medizinern tun. Bei einer banktechnischen Frage müssen wir Banktechniker hören. Deshalb ist es absolut erforderlich, im Interesse der ganzen Bewegung ordnungsgemäß zu verfahren, und entweder kann der Kongreß einfach den Antrag ablehnen, wofür ich bin, oder im höchsten Falle könnte der Antrag einer Kommission aus technischen Bankfachleuten überwiesen werden, die uns eben Bericht erstatten und sagen, was wir tun sollen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Podlischewski (mit Beifall begrüßt): Ich bin absolut gegen den Antrag S i m o n. Ich betrachte diesen Antrag als für unsere Sache gefährlich. (Hört, hört!) In Palästina sind Handel und Industrie noch nicht so entwickelt, daß der Ausfluß des Geldes so leicht wie der Eingang des Geldes wäre. Wenn wir das ganze Kapital in Palästina verwenden werden, haben wir keine Reserven mehr. Alle Banken in Europa haben ihre Reserven in der Reichsbank für den Fall einer Krise. Wir haben das nicht. Unser Kapital, das wir in Effekten und Wechseln angelegt haben, bildet unsere Reserven. Geben wir nicht zu viel Geld hin. Wenn das Geschäft sich entwickeln wird und die Industrie einen Aufschwung nimmt, werden die Direktoren selbst das Geld hinüberführen. Die Direktoren haben d as Kapital der A.P. C. schon vergrößert; denn sie haben dies für eine Notwendigkeit gehalten. Aber Beschlüsse diesbezüglich darf man hier nicht fassen. Man muß das erst einsehen. Wir können nur Beschlüsse über ideale Sachen fassen, wir haben aber nicht das Recht, über Geldsachen zu beschließen, denn wir haben nicht darin gearbeitet. Wir haben ein großes Vertrauen zu unsern Direktoren und müssen die Sache ihnen überlassen. Wir können uns einer großen Gefahr aussetzen, wenn wir das ganze Geld nach Palästina schicken und keine Reserven haben. Was machen wir, wenn wir eine Krisis bekommen? Leimen Sie die Sache ab und legen Sie diese Dinge ganz in die Hände der Direktoren. (Beifall und Widerspruch.) Delegierter Bentwich: Ich möchte nur zwei Worte hier sprechen. Wir hören zu viel von Geschäften und nicht genug von der zionistischen Sache. Das Geld soll für Palästina verwendet werden. Ich war mit Dr. G a s t e r der erste Vertreter in England für die Bank. Wir sind zurückgetreten, weil diese Gelder, die für Palästina gegeben wurden, für andere Dinge verwendet wurden. (Präsident Wolffsohn: Wofür?) Für geschäftliche Sachen in andern Ländern. (Präsident Wolffsohn: Das hat man schon früher gehört!) In früherer Zeit haben wir das Geld in Palästina nicht verwenden können, aber jetzt soll man auf die ursprüngliche Idee zurückgreifen, daß dieseJGelder nur für Palästina bestimmt sind. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Simon: Geehrter Kongreß! In diese Angelegenheit, die ich gestern in einem nüchternen und nur rein geschäftsmäßigen Ton hier vorbringen wollte, ist allmählich ein Ton hineingekommen, der gar nichts mit dieser Sache, die ganz nüchternen Erwägungen entspringt, zu tun hat. (Zustimmung.) Ich bedaure auch, daß man die ersten Worte, die Herr CT s si s c h - kin vorhin an den Kongreß gerichtet hat, in der Erregung,■— denn anders kann ich es mir bei der Hochachtung, die ich vor den Herren, die nachher

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