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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 293

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 293 (sequence 293)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 293 — Derjenige, der einen Share kauft, kauft ihn eigentlich a fond perdu, als Almosen, man hat zur Bank kein Vertrauen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer, Ich mache Herrn Bard aufmerksam, daß es undenkbar ist, nachdem wir gestern den ganzen Nachmittag uns mit der Palästinafrage beschäftigt haben, in eine neue Debatte über jeden Antrag einzutreten. Ich kann nur zu ganz kurzen Erklärungen und Ausführungen das Wort erteilen. Ich habe noch eine Bitte an den Kongreß. Das Präsidium wird fortwährend von einzelnen Delegierten mit Anträgen und Anfragen technischer Art behelligt. Zur Erledigung dieser Dinge sind die Schriftführer gewählt. Ich bitte dieselben, am Präsidialtisch Platz zu nehmen, und die Herren Delegierten ersuche ich, ihre Anträge bei dem Schriftführer einzubringen. Sonst ist es unmöglich, die Verhandlung zu leiten. Ich werde weiteres aufmerksam gemacht, daß die Galerie an Kundgebungen, sei es des Beifalls oder Mißfallens, sich beteiligt. Ich habe bereits früher die Ehre gehabt, darauf hinzuweisen, daß uns außerordentlich viel daran liegt, eine freundlich gesinnte Galerie zu haben, die unsere Beratungen mit Interesse verfolgt. Wir haben aber ein Interesse daran, in erster Linie die Stimmung des Kongresses zu den Anträgen kennen zu lernen, und deshalb ist es unbedingt erforderlich, daß die Galerie sich jeder Beifallsbezw. anderer Kundgebungen enthält. Ich bitte daher die Besucher und Besucherinnen auf der Galerie, freundlichst meine Bitte zu berücksichtigen. Präsident Wolffsolm: Herr Ussischkin hat hier die Bitte, an Sie gerichtet, Sie sollen den Antrag Simon annehmen, w^eil die Direktoren dagegen sind. Er würde wahrscheinlich auch gesagt haben, Sie sollen dagegen stimmen, wenn die Direktoren dafür sind. Wenn ich so vorgehen wollte, wenn ich jetzt den Kongreß auffordern wollte, ohne nachzudenken, gegen den Antrag zu stimmen, weil Ussischkin dafür eingetreten ist, ich glaube, ich würde dann die Majorität haben, weil ich annehme, daß der Kongreß nicht zugeben wird, daß man deswegen dagegen stimmt, weil die Beamten dafür sind. Das ist eine Disziplinlosigkeit (stürmischer Beifall und Händeklatschen), die unsere Organisation bald zerstören würde. (Beifall.) Wir selbst wählen uns die Beamten, sie sind uns nicht aufgedrungen, wir wählen sie selbst. Wir werden bald ein A. C. wählen, in welchem die Herren sitzen werden, welche diese Ansicht des Herrn Ussischkin vertreten. Was soll aus der Organisation werden, wenn dann andere auftreten werden mit dem Verlangen: stimmt dafür, weil die Herren vom A. C. dagegen sind, was soll da aus der Bewegung werden? Ich ersuche Sie, lehnen Sie den Antrag Ussischkin einstimmig ab, denn der Antrag würde uns außerdem nicht nur hier, sondern überall blamieren. Ich bin nicht in der Lage, Ihnen hier auseinanderzusetzen, daß es unmöglich ist, eine Bank, die in Europa sitzt, zu liquidieren. Herr Simon meint dies auch gar nicht. Er meint nur, daß wir die Gelder nach Palästina bringen sollen. Das haben wir bisher getan und tun es alle Tage, der Antrag ist überhaupt überflüssig, bitte lehnen Sie ihn ab. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Ussischkin. (Pfuirufe und große Unruhe.) Ich wünsche, daß der Kongreß mich verstehen soll. Wenn Herr Wolffsolm und andere mich nicht verstanden haben, so ist das nur dem Umstände zuzuschreiben, daß ich schlecht deutsch spreche. Ich wollte sagen, die Herren Direktoren sind gegen den Antrag, und der Kongreß soll den Antrag annehmen, nicht weil die Direktoren dagegen sind, sondern weil der Kongreß selbständig seine Ansicht äußern soll. Wenn der Kongreß dem Antrage Simon zustimmt, werden die Direktoren danach handeln. Das ist nicht eine Sache gegen die Disziplin, und die Erklärungen Wolffsohns waren vollständig überflüssig. (Beifall. — Große Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Meine Aufforderung an die Galerie scheint vorher mißverstanden worden zu sein. Sie scheint dahin aufgefaßt

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