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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 291

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 291 (sequence 291)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 291 — benst, daß wir zu iinserm Bedauern nicht in der Lage sind, unsere eigenen Akzepte zu diskontieren. Die Londoner Banken verfolgen das Prinzip, Wechsel nur ihren Kunden zu diskontieren. Wir können Ihnen daher leider kein hiesiges Institut für Ihren Zweck nennen." Die Jüdische Kolonialbank erklärt also selbst, daß sie nicht imstande ist, ihre eigenen Akzepte irgendwo zu plazieren. (Delegierter Dr. Katzenelsohn: Ihre eigenen Akzepte diskontiert keine Bank. Informieren Sie sich erst darüber, worüber Sie sprechen.) Die Jüdische Kolonialbank hat keine Beziehungen zu den andern finanziellen Instistuten, auf Grund deren sie einen finanziellen Faktor darstellen könnte. In einem Zwischenruf behauptet Herr Direktor Katz enelsohn, daß überhaupt keine Bank ihre eigenen Wechsel diskontiert. (Dr. Ivatzenelsohn: Akzepte!) Der Brief schreibt von „Akzeptent:. Wir wandten uns ja um Diskontierung von „Wechseln" und nicht ihren eigenen „Akzepten/' Vizepräsident Dr. Bodeiiheimer (unterbrechend): Ich bitte den Redner, sich kürzer zu fassen. - Delegierter Dr. Gabel (fortfahrend): Ich glaube weiter, daß die Beziehungen, die eine Bank zur andern hat, es mit sich bringen, daß sie im Notfalle und überhaupt für geschäftliche Transaktionen Kredit von einer andern Institution bekommt. Der J. C. T. wäre dann in der Lage, für den Fall eines Run oder für den Fall einer Kreditbeschaffung zur Erreichung einer Konzession in Palästina soviel Kredit bei andern Instituten zu bekommen, daß er nicht erst ihre eigenen Papiere verkaufen müßte, um Mittel für Beilegung eines Run zu beschaffen. Es ist überhaupt die schlechteste Politik für eine Bank, wenn sie Gelder thesauriert, wenn sie so wirtschaftet, daß sie die Gelder in Erwartung eines gewissen Augenblicks verwahrt. Diese Fälle haben sich auch bei andern Banken ereignet, und jede Bank hat auch durch die Beziehungen zu ändern Banken über genügende Mittel verfügt, ohne daß sie ihr gesamtes Kapital zu thesaurieren gebraucht hätte. Wenn diese Politik weiter verfolgt wird, kann ich nicht annehmen, daß jüdische Gelder in größerem Maße der Jüdischen Nationalbank anvertraut werden. Es wird vielleicht noch ab und zu vorkommen, daß Aktien aus Mitleid gezeichnet werden. Aber eine finanzielle Kraft und eine Zusammenfassung aller jüdischen Geldmittel wird die Jüdische Bank nicht werden. (Unruhe.) Hierin soll eben die Durchführung des Vermächtnisses unseres verstorbenen Führers Herzl liegen. Nicht nur die Worte sollen befolgt werden, daß dieses Geld als Mündelgeld verwahrt werden soll, sondern eher die weitern Worte, daß diese Bank eine Finanzinstitution des ganzen jüdischen Volkes sein soll, welche die großen Bankiers und Großkapitalisten ersetzt, um die finanziellen Mittel des großen jüdischen Volkes für die Ökonomische Wiedererbauung unseres Landes heranzuziehen. Ich schließe mit einer kurzen Kritik auch der zweiten Erklärung des Direktoriums der Kolonialbank und behaupte, daß die Administration, weiche die Kapitalien angeblich mündelsicher verwaltet, dieses Ziel nicht erreicht hat. Wenn man bedenkt, daß der Bruttogewinn im Jahre 1908 300 000 M. beträgt, und daß die Ausgaben 66 °,o von diesem Bruttogewinn ausmachen und nur. der Rest als Nettogewinn verbleibt, so ist das keine mündelsichere Verwaltung eines Vermögens. Das ist nicht die richtige Verwaltung eines Nationalvermögens. Die Verwaltung wäre dann eine richtige, wenn sie das Vermögen vergrößern würde. Das ist die Pflicht eines richtigen Vormundes, und das ist die Pflicht unserer Mandatare, die über unser Vermögen zu wachen haben. Unser Vermögen muß vergrößert werden, sonst können wir nicht an die Erreichung unserer Ziele denken. (Beifall. — Unruhe.) Delegierter Dr. Katzenelsohn (zu einer tatsächlichen Berichtigung): Ich habe nur einige Worte in bezug auf die Rede des Herrn Dr. Gabel zu bemerken. Eine lange Widerlegung ist nicht notwendig, denn das meiste hat Herr Dr. Gabel selbst widerlegt. 19*

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