Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 289

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 289 (sequence 289)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476272--3319-3479460
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 289 — Sie haben eine Interpellation beantragt. Sie ist weder schriftlich noch mündlich unterstützt, ich kann Ihnen das Wort nicht erteilen. Delegierter Trietsch; Dann fasse ich das in der Form einer Erklärung. Vizepräsident Dr. Bodenheiiner: Wir sind jetzt bei der Beschlußfassung. Ich gebe Ihnen das Wort zu keiner Erklärung. (Delegierter Trietsch versucht zu sprechen.) Ich entziehe Ihnen das Wort. (Delegierter Trietsch: Mit Unrecht!) Uber die Interpellationen des Herrn Trietsch hätte ieh beinahe über den Antrag Ussischkin abzustimmen vergessen. Ich bitte, den Mittelgang frei zu lassen. Die Damen und Herren, die nicht Delegierte sind, wollen sieh nach beiden Seiten des Saales bemühen. Wer für den Antrag Ussischkin ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist einstimmig angenommen. (Stürmischer Beifall und Händeklatscheu.) Ferner liegt ein Antrag von Zewi Kohn aus Jaffa vor, welcher lautet (liest:) „Die palästinensische Landsmannschaft wünscht berechtigte Beschwerden gegen die Leitung der A. P. C. vorzubringen und bittet den hohen Kongreß, zu diesem Zwecke eine Kommission aus drei Mitgliedern des Kongresses nebst dem A. C. zu bestellen." Dieser Antrag ist gestern debattiert worden, ich bitte, ihn ins Russische zu übersetzen. (Dr. T s c h.l eiio w übersetzt diesen Antrag ins Russische.) Präsident Wollfsohn: Geehrter Kongreß! Ich betrachte es als selbstverständlich, daß Sie einen derartigen Antrag nicht annehmen werden. „Berechtigte Beschwerden gegen die A. P. C!" Die Herren haben bereits geurteilt, daß ihre Beschwerden gerechtfertigt sind. (Hört, hört!) Sie sollen ihre Beschwerden an der richtigen Stelle vorbringen, wir haben einen Aufsichtsrat und ein Direktorium, dort sollen sie ihre Beschwerden vorbringen. Wenn sie auf dem Kongresse vorgebracht werden, dann hätte ich ganz andere Beschwerden gegen Leute vorzubringen, die der A. P. C. in Palästina das Leben sauer machen. Sie verlangen eine Kommission von drei Herren. Es sitzen ja hier drei Direktoren, warum bringen die Herren solche Sachen nicht zur Kenntnis derselben? Der Kongreß würde durch einen Beschluß Mißtrauen aussprechen gegen unsere eigenen Behörden. (Lebhafter Beifall.) Wir wollen uns nicht unsere Arbeit zerstören lassen, und wenn es auch von unsern Lieblingen, von den Arbeitern, geschehen sollte. Ganz gleich, ob diese Anträge von wirklichen Arbeitern herrühren oder von solchen, die nur Reden halten, wir wolleu uns nicht unsere Abeit zerstören lassen, leimen Sie den Antrag ab. (LebhafterBeifall.) Delegierter Arono»Titsch (Jaffa): Sehr geehrter Kongreß! Es ist hier ein Mißverständnis vorgekommen. Die Palästinaclelegierten haben untereinander gesprochen wegen der Auswahl einer Kommission, mit der wir dort reden können über Sachen, die wir nicht beim Kongreß besprechen können. Es war aber nicht die Rede von Beschwerden, das ist nicht richtig. Vizepräsident Dr. ßodenheimer: Ich bringe den Antrag zur Abstimmung. Delegierter Scheinkin: Die palästinensische Landsmannschaft wünscht dieses nicht. (Rufe: Scheinkin ist Mitglied der russischen Landsmannschaft!) Vizepräsident Dr. ßodenheimer: Es scheint eine Differenz zwischen den Herren der palästinensischen Landsmannschaft zu existieren. Ich kann nur über den Antrag so abstimmen lassen, wie er mir hier vorliegt. Der Kongreß wird entscheiden, ob er so viel Vertrauen zu den Herren hat, daß er auf den Antrag hin" der A. P. C. das Mißtrauen zuwendet. (Rufe: Wer hat den Antrag unterschrieben?) Der Antrag ist unterschrieben von einer Reihe von Delegierten, die, soviel ich im allgemeinen übersehen kann, zum größten Teile nicht Palästinenser sind. (Rufe: Namen verlesen!) Es wird gewünscht. 19

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.