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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 288

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 288 (sequence 288)
Language
German, English, Hebrew
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- 288 — werden, welches mit dem Präsidenten der Landsmannschaft und den jeweilig dort weilenden Mitgliedern des Großen A. C. das Landeskomitee bilden soll. Dann können wir garantieren, daß keine Unzufriedenheit herrscht. Herr Wolffsöhn sagt, weil dies keine Kulturanträge sind, wollen wir alle Anträge streichen. Wir sind nicht Geschäftsleute, aber über den Nutzen neuer zionistischer Unternehmungen in Palästina haben wir auch ein Urteil. (Beifall und Händeklatschen.) Ich verlange von jedem, daß er seine Pflicht tut und wirklich eine Kontrolle über die Tätigkeit in Palästina schafft. Delegierter Ussischkin (mit Beifall und Händeklatschen begrüßt): Der Antrag von Herrn Dr. Kohan -Bernstein ist einer der wichtigsten. Die Frage der Organisation unserer Arbeit in Palästina und die Form und der Inhalt derselben ist auch eine der wichtigsten, und wenn dieser Antrag so wichtig ist, kann ihn der Kongreß in dieser Stunde, bevor er die Frage nicht studiert hat, nicht annehmen und nicht ablehnen. Um hieraus einen Ausweg zu finden, daß die Frage studiert und unparteiisch beschlossen werde, stelle ich den Antrag, daß alle Anträge des Herrn Dr. Kohan-Bern st ein in der nächsten Sitzung des Großen A. C, nicht des E. A. C, studiert und Beschlüsse gefaßt werden sollen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Bodenheimers Herr Dr. Kohan-Bernstein zieht seinen Antrag zurück und schließt sich dem Antrage Ussischkin an. Delegierter Blitz (zu einer Erklärung): Geehrter Kongreß! Ich erkläre hiermit, so sehr ich mich auch gefreut hätte, den Anträgen dieser beiden Herren, namentlich des Herrn Kohan-Bern stein, meine Unterstützung hierfür zu geben, daß man die palästinensischen Juden insofern mehr berücksichtigen soll, als sie dort in Palästina diejenigen sind, die die Verhältnisse am besten kennen, so muß man doch einen Unterschied zwischen Palästina und Jäffa machen. In Jaffa herrscht noch eine große Zerfahrenheit zwischen den dortigen Herren, daß es dort noch nicht angebracht wäre, eine Leitung zu schaffen, die für uns maßgebend wäre, mitbestimmend zu sein. Herr Wolffsohn hat sehr recht. Wenn die Herren vorhaben, dort zu arbeiten, werden sie uns die größten Dienste leisten, das heißt, sie werden organisatorisch arbeiten. (Unruhe.) Ich bedauere es ungeheuer (Schlußrufe), daß Dr. Kupp in, der uns soviel Geld kostet, heute nicht hier ist, um uns einen objektiven Bericht zu erstatten (Große Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenlieimer; Herr Kantor Blitz hat nicht zur Sache gesprochen; denn er hatte kein Recht, über eine Angelegenheit zu sprechen, über die der Kongreß bereits einen Beschluß gefaßt hatte. Das konnte ich nicht wissen. Die Sache ist hiermit erledigt. Delegierter Mulitschik (Jaffa): Herr Blitz hat gesagt, in Jaffa gäbe es zu viele Intrigen. Auf Jaffa könne man sich nicht verlassen. Ich kann aber sagen, die Anträge Kohan-Bernstein werden von allen dortigen Zionisten unterstützt. Das ist der beste Beweis, daß dort bei uns die Einheit existiert und wir für Erez-Jisroel arbeiten wollen. (Lebhafter Beifall nndHändeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodeiilieimer; Sie wünschen, dem Kongresse mitzuteilen, daß die Anträge Kohan-Bernstein auch von der Arbeiterschaft in Palästina und Jaffa unterstützt worden sind. (Delegierter Muntschik: Ja!) Ich bringe das zur Kenntnis. Präsident Wolff'solm (zur Geschäftsordnung): Ich möchte nur die Bitte an den geehrten Kongreß richten, nicht in solcher Weise zu verfahren. Wir würden nicht weit kommen. Wenn einer ein Wort contra spricht, schreien Sie „Schluß!" und ..Nieder!1' Wenn Sie wirklich ein Interesse für unsere Arbeiten haben, müssen Sie die Gegner ebenso hören, wie die Freunde. (Lebhafte Zustimmung.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer; Geehrter Kongreß! Ich habe die Worte des geehrten Präsidenten nicht dahin aufgefaßt, daß er dem Kongresse oinen Vorwurf machen wollte. Er hat nur eine Mahnung an die Teilnehmer des Kongresses gerichtet im Interesse der Ruhe und Ordnung bei unsern Debatten. (Herr Trietsch meldet sich zum Wort.)

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