Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 286)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 286 — nicht*?} Herr Trietsch, ich habe Sie nicht unterbrochen, warten Sie den Satz ab. dann werden Sie. hören. Für Privilegien, die man Palästina gehen könnte, wäre ich gewiß. Er verlangt aber auch Privilegien, die vollständig undurchführbar sind. Wir können nicht für die Mitglieder des A. C. in Palästina oiun Ausnahme machen, daß sie dort eine spezielle Behörde bilden. Sind es Mitglieder, die arbeiten können, so werden sie imstande sein, sich dort dieselbe Achtung und denselben Einfluß zu verschaffen, wie die Mitglieder des A. C. in den andern Ländern, und sie werden gefragt und gehört werden. Ich hätte nicht das Wort genommen, wenn nicht der letzte Antrag wäre, daß bei der A. P. C.-Leitung in Jaffa zur Beratung aller neuen Unternehmungen in Palästina das Landeskomitee hinzugezogen werden soll. Als Präsident der A. P. C. protestiere ich ganz entschieden dagegen, daß man für die Geschäfte der A. P. C. ein Oberkomitee einsetzt. Wir brauchen Beamte, die das Geschäft verstehen. Wir können aber nicht Beamte anstellen, die hier im Kongreß durch Zufall gewählt werden, und deren Qualifikation als Bankbeamte wir nicht beurteilen können. Ich bitte Sie dringend: Lehnen Sie alle diese Anträge ab, denn es sind keine Anträge für den Kongreß. Es sind Anregungen, die man den betreffenden Behörden gibt, die die Sache prüfen werden. Ich sagte bereits, daß ich in bezug auf die Zusammenfassung der Bureaus auf demselben Staudpunkt stehe wie Prof. Warburg. Aber gerade an den Herren in Palästina, die im Aktionskomitee sitzen, ist dieser Wunsch gescheitert. Ich habe versucht, durch das Palästinaamt die Auskunftsbureaus geschäftsmäßig auszugestalten, aber Herr Scheinkin und andere waren nicht zubewegen, hierauf einzugehen, und so haben wir zwei Bureaus. Das sind Angelegenheiten, die ich ein halbes Jahr lang bearbeitet habe, und da sind Sie nicht in der Lage, in fünf Minuten hier zu entscheiden. Das sind Wünsche, die man den betreffenden Behörden einreicht und nicht dem Kongreß. Der Antrag I gehört dem Palästinaamt eingereicht. Dr. Kohan-Bernstein hat ja. Gelegenheit, mit den Leitern des Palästinaamtes sich darüber zu besprechen, und er kann sicher sein, daß das Engere Aktionskomitee ihm in jeder Beziehung behilflich sein wird. Wenn man etwas für die A. P. C. hat, dann soll man sich an das Direktorium oder den Aufsichtsrat oder an das Aktionskomitee wenden, aber nicht mit derartigen Anträgen an den Kongreß kommen, die reingeschäftlicher Natur sind, die ja nicht mit großen Ideen und der Kultur und weiß Gott was zusammenhängen. Es sind reine Geschäftssachen. Deshalb bitte ich Sie, lehnen Sie die Anträge sämtlich ab. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Eisenstadt: Herr Wolffsolin hat gestern selbst gesagt, es sei wünschenswert, daß ein Mitglied in Palästina sitzt. Präsident Wolffsohn: Ich soll das gesagt haben? Delegierter Eisenstadt: Sie haben gesagt, diese Sache ist möglich. Ich frage, warum sollen nicht einige Mitglieder des E. A. C. nach Palästina kommen? Warum wollen Sie sich ausschließlich auf Beamte verlassen, wenn es sich um die Verwaltung von Mündelgeldern handelt? Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich habe Ihre Ausführungen nicht unterbrochen, weil Sie aus innerer Begeisterung für die Sache gesprochen haben; aber Sie haben nicht das Recht gehabt, das Wort zu ergreifen. Präsident Wolffsohn (zu Herrn Eisen st a dt gewendet: Genau das Gegenteil von dem, was Sie behaupten, habe ich gesagt. Wir sind heute noch nicht in der Lage, ein Mitglied des E. A. C. in Palästina zu haben, und was das Vertrauen zu den Beamten betrifft, so schenken wir nicht allen Beamten Vertrauen, sondern nur denjenigen, die durch ihre geschäftliche Tätigkeit es verdienen. Delegierter Dr. Kohan-Bernstein: Es ist nicht richtig, daß wir uns in einer besondern Ausnahmestellung befinden. Ich habe nicht eine Kontraagitation im Sinne. Ich selbst habe einen Vermittlungsweg gewählt und habe gesagt, wir verlangen gar nicht vom E. A. C, daß es die Anträge erfüllt.