Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 285)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476272--3315-3479456- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 285 — Maßregeln direkt beschließt, die in das Ressort eines Teiles des A. C. fallen. Der Kongreß darf wohl Anregungen geben, daß das Ressort oder das E. A. C. sich in einer Richtung bemüht, darf aber das A. C, wenn er ihm nicht Fesseln anlegen will, nicht direkt mit solchen Aufgaben betrauen. Daher bitte ich, den Antrag in dieser Form abzulehnen, obwohl mir die einzelnen Punkte als erstrebenswertes Ziel erscheinen. Vielleicht liegt es absolut nicht in der Möglichkeit, vielleicht ist eines oder das andere sogar schädlich; von hier aus kann man überhaupt solche Sachen nicht sofort übersehen, und der Kongreß sollte sich hüten, solche Dinge zu forclern, derlei könnte nur als Anregung angenommen werden. Es wird beantragt, die „Konzentration aller Bureaus für zionistische Tätigkeit in ein Bureau", — wir wissen nicht, ob dies möglich sein wird; wäre es der Fall, würden wir dafür sein — „das unter Kontrolle und kollegialer Leitung der in Palästina wohnenden Mitglieder des A. C. stehen soll." Wir wissen gar nicht, ob A. C.-Mitglieder, welche in Palästina wohnen, gewählt werden. Ich glaube, dies müßte hier gestrichen werden. Ferner heißt es: „Die Aufgaben des Bureaus zerfallen in fünf Teile". Dagegen ist nichts einzuwenden. Es heißt hier ferner: „Es ist wünschenswert, in Palästina auch ein Mitglied des E. A. C. zu wählen." Wünschenswert ist dies natürlich, aber nicht ausführbar; denn wenn ein Engeres Aktions-Komitee-Mitglied in Palästina gewählt wird, so darf es sieh niclrj; nur mit einzelnen Aufgaben befassen, sondern muß bei jeder Sache um seine Meinung gefragt werden, es muß sein Urteil abgeben können, mau muß ihm über jede Sache berichten, — hiergegen müssen wir als E. A. C. Verwahrung einlegen, es würde unsere Arbeit enorm erschwert werden. Delegierter Dr. Kohan-Bernstein: Ich möchte erklären, daß die Form, in welcher meine Anträge gestellt sind, die gewöhnliche Forin darstellt, in welcher alle Anträge eingebracht werden. Es gibt für Anträge zweierlei Formen, die des Antrags und die der Resolution. Eine Resolution ist ein frommer Wunsch, der wenig Aussicht hat, realisiert zu werden. Ein Beschluß legt aber dem A. C. nahe, daß es sich bemühen soll, denselben zur Ausführung zu bringen. Wir wissen genau, daß nicht alle Beschlüsse des Kongresses ausgeführt werden, auch ist dies nicht immer möglich. Deshalb ist die Erwiderung Warburgs, daß die Form meiner Vorschläge dagegen spricht, nicht ernst zu nehmen, weil alle Beschlüsse, welche der Kongreß annimmt, nur dazu bestimmt sind, in Erfüllung zu gehen, wenn es möglich ist Mau kann nicht bei jedem Worte so skrupulös sein, daß der ganze Antrag nicht angenommen wird, weil nicht die nötige Form eingehalten ist. Ich bin einverstanden, wenn Warburg sagt, es sind wünschenswerte Anträge, aber nicht zu erfüllende. Das werden wir ja sehen. Nicht alle Beschlüsse wurden immer ausgeführt. Warb u r g ist mit der ersten Hälfte des ersten Antrags einverstanden, daß die Konzentration ein Ding ist, das gewünscht werden kann. Aber ob ein Mitglied des E. A. C. in Palästina gewählt wird, wissen wir nicht. Wenn wir schon einmal vier A. C.-Mitglieder in Palästina gehabt haben und jetzt die Zahl auf zAvei herabgesunken ist, weil einer gestorben und einer verzogen ist, so kann ich mir nicht denken, daß der Kongreß überhaupt keine Palästinenser ins A. C. wählen wird: wenn keine A. C.-Mitglieder in Palästina wohnen werden, haben wir dort überhaupt keine Mitglieder dos A. C. mehr. Ich habe eine besondere Form gewählt, indem ich vorschlage: „Es ist wünschenswert, aus Palästina auch ein Mitglied des E. A. C. zu wählen." Dieses Mitglied braucht nicht über jeden Punkt befragt zu werden. Ich glaube, daß weder die Form noch der Inhalt meiner Anträge unannehmbar ist. Präsident Wolffsolm: Dr. Kohan-Bernstein beschwert sich wie immer darüber, daß man Palästina schlechter behandelt. Davon kann keine Rede sein. Er verlangt aber für Palästina besondere Privilegien. (Trietseh: Warum