Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 280)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 280 — Herr B entwich erhält zunächst das Wort zur Verlesung eines Antrags. Del. Bentwich; Ich habe nur einen Antrag im Namen von Herren vorzuschlagen, die nicht aus London sind, aber auch aus England kommen. Der Antrag lautet folgendermaßen (liest): „Der Kongreß versichert Herrn Dr. Warburg der größten Dankbarkeit und des vollsten Vertrauens wegen der von ihm als Mitglied des E. A. G. geleisteten Palästinaarbeit und verurteilt die gegen seine Tätigkeit erhobenen Vorwürfe, welche dem Kongreß in Gestalt einer Korrespondenz zur Kenntnis gebracht wurden.*' Gezeichnet von Order of Ancient Maccabeans und anderen Herren aus England. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepr. Dr. Bodenheimer; Dieser Antrag ist durch die Abstimmung über den Antrag Böhm erledigt. Unter den Palästina-Anträgen ist eine Fülle von Anträgen, welche, wie ich gestern schon bemerkt habe, ohne Diskussion erledigt werden können, wenn der Kongreß seine Hand dazu bietet, weil sie so einfacher Natur und fast so selbstverständlich sind, daß es beinahe keinem Zweifel unterliegt, daß der Kongreß mit ihnen einverstanden sein kann. Ich bringe diese Anträge nach der Reihe zur Verlesung und bitte, mich dann bei der Erledigung freundlichst zu unterstützen. Es ist da zunächst der Antrag der rumänischen Föderation. Sie beantragt (liest) „Die rumänische Föderation, die im Begriff ist, eine Kolonie aus Bemittelten zu gründen, bittet um Förderung dieser Institution unserer Organisation, besonders durch den Nationalfonds, der von ihr 30000 Frs. bekommen hat." Unterschrieben ist dieser Antrag von Herrn Heinrich Schein. Der Kongreß wird selbstverständlich diesen Wunsch der rumänischen Föderation unterstützen; denn ich halte es für eine Pflicht des N. F., wenn es möglich ist, eine solche Kolonie zu schaffen, und der N. F. innerhalb des Rahmens seiner Statuten die Möglichkeit und die nötigen Mittel besitzt, daß der N. F. das Seinige tut, um die Gründung dieser Kolonie zu ermöglichen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es scheint, der Kongreß ist damit einverstanden; es erledigt sich also eine formelle Abstimmung. Die rumänische Landsmannschaft beantragt (liest): „Der Kongreß möge die betr. Institutionen der zionistischen Organisation anweisen, die Gesellschaft Kehillath Jakob, die sich aus eingesessenen palästinensischen Juden gebildet hat, um aus den bisher auf Chaluka angewiesenen Elementen eine Kolonie zu gründen, und die bereits eine namhafte Summe zu diesem Zwecke aus privaten Mitteln zusammengebracht hat, nach Prüfung der Angelegenheit auf das kräftigste zu unterstützen/' (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich glaube, der Kongreß kann auch hierüber durch Akklamation entscheiden. (Zustimmung.) Ein weiterer Antrag lautet (liest): „Es wird dem E. A. C. der Auftrag erteilt: 1. die Frage des Ankaufs von Uniandboden in Palästina, welcher durch Investition erst urbar zu machen ist und sich zum Ankauf durch Privatpersonen oder Gesellschaften nicht eignet, durch den Nationalfonds zu studieren; 2. die Frage der Schaffung eines zionistischen Metayagefonds zu studieren; 3. über beide Fragen dem Weiteren A. C. binnen einem Jahre Bericht und Vorschläge zu erstatten/