Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 279)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 279 — bedeutender und wichtiger war als seine. (Heiterkeit, Beifall und Widerspruch.: Und was sehen wir? Weitzmann wird mit ungefähr neun Zeilen abgetan, und auf der andern Seite sind der Eede Loewes fast zwei Spalten gewidmet. (Heiterkeit.) Und noch eine Probe: in der Rede meiner eigenen Wenigkeit, in Nr. 5 der „Welt", Kolumne 1218 sind furchtbare Entstellungen und ungeheure Mißverständnisse. Ich will auf Kleinigkeiten nicht eingehen; dn sind Schlußrufe, wo keine waren; aber nur einen Satz möchte ich bitten richtigzustellen. Ich habe gesagt: Wenn es wahr ist, daß Professor War bürg ein so schlechter Geschäftsmann ist, daß Cowen sogar nicht einmal ein Pfund aus seiner Tasche geben will, dann sei es Hochverrat vom E. A. C. wenn es zugelassen hat, daß der Nationalfonds Grund und Boden gegeben hat in Kinereth. Auf Kolumne 1218 steht aber: Wenn die Geschäfte Warburgs so schlecht waren, daß Cowen nicht einmal ein Pfund geben wollte, so hat das E. A. C. Verrat geübt, wenn es unser Geld dazu hergegeben hat. Geehrter Kongreß! Es ist von äußerst, großer Bedeutung, daß die Außenwelt genau orientiert ist. Deshalb stelle ich den Antrag oder bitte die offizielle Leitung der „Welt", ciafür zu sorgen: erstens, daß die Falschheiten berichtigt werden, und zweitens, daß in Zukunft die rWelt*' ein wirklich zionistisches Blatt werde. (Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Unser verehrter Präsident Wolffsohn ist zurzeit hier nicht anwesend. Ich höre eben, daß ihm daran liegt, auf diese Vorwürfe, die eben gegen die „Welt" erhoben wurden, zurückzukommen. Herr Präsident Wolffsohn wird also später auf diese Erklärung des Herrn Dr. Daiches erwidern. Ich habe noch einige kurze geschäftliche Mitteilungen zu machen. Sofort findet eine Landsmannschaftssitzung der deutschen Landsinamischaft im Hochzeitssaale statt, auch für die außerhalb Deutschlands gewählten Delegierten und kleinen Landsmannschaften. Die misrachistischen Delegierten versammeln sich im Nebensaale links. Die russische Landsmannschaft versammelt sich um 12 Uhr mittags. Präsident Wolffsohn (der inzwischen erschienen ist): Geehrter Kongreß! Ich war bis jetzt in Kommissionen und konnte daher leider nicht hier sein. Ich hörte, daß Herr Dr. Daiches hier einen Angriff gegen die Berichterstattung in der „Welt" vorgebracht hat, und ich bitte Herrn Dr. Daiches zuzuhören, ob ich das richtig aufgefaßt habe, was mir mitgeteilt wurde. Ks wurde gesagt, er habe sich darüber beschwert, daß hauptsächlich die Reden der Opposition beschnitten und gekürzt worden sind, daß dagegen die Proredner und vor allem meine Reden ausführlich abgedruckt waren. (Dr. Daiches: Hauptsächlich die Rede des Herrn Dr. Loewe!) Geehrter Kongreß! Ich weiß zwar nicht die Ausdrucksweise, deren sich Herr Dr. Daiches bedient hat, wTeil ich bei seiner Rede nicht zugegen war, aber ich kann es mir denken, nachdem ich das Vergnügen habe, Herrn Dr. Daiches seit langem zu kennen. (Heiterkeit.) Wenn er aber auch noch so scharf gesprochen hat. so will ich gleichfalls alles, was er gesagt hat, unterschreiben. Ich bin überzeugt, daß es ein großes Unrecht war, — und ich habe es gestern bereits an einem andern Orte auf das schärfste gerügt, — nicht nur der „Welt" wegen, sondern meinetwegen, weil man glauben kann, daß ich die Absicht hätte, die Reden der Opposition zu unterdrücken. Im Gegenteil, es wäre mir lieber gewesen, wenn die Kontrareden ausführlicher wiedergegeben worden wären. Denn dann würde die ganze Welt, nicht nur die „gelbe" (Heiterkeit), meine Rede besser verstanden haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer : Herr Feiwel beantragt, daß diese Erklärung des Herrn Präsidenten Wolffsohn in der nächsten Nummer der „Welt" veröffentlicht werden soll. Der Kongreß ist selbstverständlich damit einverstanden. (Zustimmung.) Wir kommen nun zu den Anträgen, die hier zu der Palästinadebatte vorliegen.