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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 276

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 276 (sequence 276)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 276 — Die Interessen der jungen Türkei befinden sich also in völligem Einklang mit denen der Juden. Die Türkei kann in den Juden dasjenige finden, was sie am meisten nötig hat, nämlich betriebsame, intelligente, friedfertige Einwanderer, die über zahlreiche Hilfsquellen verfügen. Anderseits können auch die Juden in der Türkei finden, was sie so lange suchen: ein gastliches, unbebautes Land, wo sie vor dem Antisemitismus geborgen sind. Besonders hervorgehoben zu werden verdient noch der Umstand, daß eine Interessengemeinschaft zwischen dem jüdischen Volke und dem türkischen Reiche nicht bloß im Prinzip, sondern auch in der Praxis, in der Art der Verwirklichung dieses Prinzips besteht, Es entspricht den Interessen der gegenwärtigen Bewohner der Türkei, daß die jüdische Einwanderung keineswegs eine sporadische sei, sondern sich in einem oder mehreren Gebieten konzentriere. Denn die Argumente derjenigen Partei in der moslemischen Presse, die sich gegen die Einwanderung ausspricht, lassen sich in folgenden Worten zusammenfassen: Die Juden sind auf dem Gebiete des Handels äußerst gewandt, sie sind imstande, den ganzen Handel und die ganze Industrie den Händen der eingeborenen Bevölkerung zu entreißen. Ihr geistiges Niveau ist viel höher als das der gegenwärtigen Bewohner. Es wird ihnen ein leichtes sein, das ganze Kapital an sich zu reißen und die Herren des Landes zu werden. Wenn man diesen Ultrapatrioten begreiflich machen wird, daß die jüdischen Einwanderer sich auf unbebauten und unbevölkerten Landstrichen ansässig machen können, daß sie geschlossene Gruppen bilden sollen, die in keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Beziehungen zu den Eingeborenen stehen, so werden sie, wenn sie ehrlich sind, ihre Gegnerschaft aufgeben und uns zurufen: „Bouyoursounlar" (Willkommen!), um mich des bekannten Ausdrucks zu bedienen, der die moslemische Gastfreundlichkeit kennzeichnet. In der Tat kann eine sporadische Einwanderung für die Juden von keinerlei Nutzen sein; im Gegenteil, sie wäre geeignet, Antisemitismus zu züchten. Wenn wir jüdische Einwanderer ins Land ziehen wollen, so können wir nichts anderes tun, als das System der Kolonisation, das bisher in Palästina angewandt wurde, weiter auszubauen. Es gibt bei uns unzählige fruchtbare Gebiete von großer Ausdehnuug, wo zahlreiche jüdische Städte, umgeben von jüdischen Dörfern, erstehen könnten. Im Bereiche dieser Ansiedlungen wird der Antisemitismus sich unmöglich entwickeln können, aus dem einfachen Grunde, weil es hier nur Semiten geben wird. Keiner wird den Juden ihr Wohlergehen mißgönnen oder sich in seinen Interessen durch die Tätigkeit und die Fähigkeiten unserer Brüder verletzt fühlen. Im Gegenteil, jeder wird sie bewundern und sich bestreben, von dem guten Beispiel, das sie darbieten, zu profitieren. Die ottomanischen Vaterlandsfreunde, die in den Einöden plötzlich Städte voll Leben und Glanz auftauchen sehen

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