Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 264)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 264 — nicht groß ist, so muß sie doch groß werden durch die eigenen Kräfte. Wir sehen das bei jeder einzelnen unserer Unternehmungen, wir sehen das z. B. beim Bezalel sowie bei der Ölbaumspende. So wird von Kongreß zu Kongreß die Palästinaarbeit immer größere Bedeutung gewinnen und zum Selbstzweck, werden. Es ist undenkbar, die Entwicklung dahin zurückzuschrauben, daß wir in Palästina nur Renommierarbeit leisten, daß wir Renommierbauern haben usw. Wir werden keine Palästina-Renommierbauern haben, sondern Bauern welche den gesundesten und kräftigsten Teil des jüdischen Volkes ausmachen, und wenn es auch nur 30000 sein weden, so werden wir damit Bauern haben, welche dem Zionismus zur Ehre gereichen. (LebhafterBeifa.il und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenlieinier: Ich habe einige Mitteilungen zu machen: Die galizische Landsmannschaft versammelt sich heute abend um V28 Uhr im BufFeträume. Bei Beginn des Kongresses hat ein Delegierter gegen die Wahl von Ussischkin protestiert. Jetzt ist eine Depesche eingelaufen, um wieder dagegen zu protestieren. Ich mache hiervon Mitteilung. Nunmehr erteile icli das Wort dem Delegierten Reichsratsabgeordneten Dr. Gräbel. Delegierter Reichsratsabgeordneter Dr. Gabel: Ich habe mir das Wort erbeten zu einer kurzen Erklärung in der Frage der Jüdischen Kolonial - bank. Nach Verständigung mit einigen Kollegen habe ich die Erklärung abzugeben, daß wir gegen den Antrag*, den Herr Simon gestellt hat, stimmen werden, gegen den Antrag nämlich, daß die Jüdische Kolonialbank liquidiert werde. (Widerspruch.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Der Antrag Simon wird ja dem Kongresse zur Beschlußfassung unterbreitet werden, dann haben Sie die Möglichkeit, dazu das Wort zu nehmen. Delegierter Reichsratsabgeordneter Dr. Gabel: Wann wird diese Diskussion stattfinden? Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Nach Schluß der Generaldebatte. Delegierter Sullain (französisch) wendet sich gegen die in München erscheinende Zeitschrift «Palästina". Die eigentümliche Schriftleitung dieses Blattes, von dem er annimmt, daß es einen offiziellen Charakter trage, sei geeignet, die zionistische Bewegung auf das schwerste zu schädigen. Im Hinblick ferner ciarauf, daß es auch für zionistische Propaganda sehr nützlich wäre, außer Geld auch gegenständliche und sichtbare Spenden zu sammeln, beantragt die italienische Landsmannschaft, daß die Palästinakommission periodisch in der „Welt" Listen derjenigen Arten von Samen, Pflanzen und landwirtschaftlichen Instrumenten publiziert, welche für die palästinensischen Kolonien gespendet werden können. Professor Warburg (zu einer tatsächlichen Berichtigung): Ich habe nur als tatsächliche Berichtigung zu sagen, daß die jetzt in München herausgegebene Zeitung „Palästina" nur insofern mit unserm Palästinaressort in Zusammenhang steht, als das Palästinaressort auf eine größere Anzahl von Exemplaren dieser Zeitschrift abonniert ist und dafür jährlich einen kleinen Betrag als Entgelt gibt. Wir können also absolut nicht für irgend etwas, was in dieser Zeitschrift steht, verantwortlich gemacht werden. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es liegen hier ungefähr 30 Anträge von Es ist klar, daß wir heute abend die Anträge nicht alle sachlich erörtern