Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 265)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 265 — können. ' Unter diesen Anträgen befinden sich welche, bei denen es auf den ersten Blick klar ist, daß sie einer gründlichen Prüfung* durch das künftige Aktionskommitee bedürfen, und daß die Fragen noch nicht vollständig zu klären sind, weil es sich um praktische Unternehmungen handelt, für die erst Vorstudien gemacht werden müssen. Wenn irgendwie von einer Seite der Wunsch geäußert; wird, daß über diese Anträge debattiert und abgestimmt werden soll, dann werde ich selbstverständlich diese Anträge dem Kongresse unterbreiten. Im andern Falle denke ich diese Anträge dahin zu erledigen, daß sie dem künftigen Aktionskommitee zu Berücksichtigung empfohlen werden. (Widerspruch.) Erlauben Sie, der Kongreß ist ja mündig. Der Kongreß wird darüber beschließen. Hier ist ein Antrag Böhm, über den wir, glaube ich, sofort abstimmen können. Derselbe lautet folgendermaßen (liest): ,.Der IX. Zionistenkongreß spricht dem Leiter des Palästinaressorts Herrn Professor Dr. Warburg seinen herzlichsten Dank für seine unermüdliche und erfolgreiche Tätigkeit, aus und versichert ihn seines unerschütterlichen Vertrauens". (Stürmischer, langanhaltender, sich immer wieder erneuernder Beifall und Händeklatschen.) Sie sehen, es geht ganz gut ohne Diskussion. (Heiterkeit.) Eine andere Resolution lautet flieste „Indem der IX. Zionistenkongreß die reale Arbeit in Palästina als eine der wichtigsten Methoden zur Realisierung des Zionismus anerkennt, betont er ausdrücklich, daß dadurch keineswegs die politische Tätigkeit, die Grundlage unserer Bewegung, vernachlässigt werden darf, und fordert vom A. C. die intensivste Arbeit in der politischen Beziehung." (Widerspruch.) Anscheinend ist ein Widerspruch gegen die sofortige Abstimmung darüber vorhanden, ich lege daher diesen Antrag zurück. Ein weiterer Antrag lautet (liest): „Der IX. Zionistenkongreß stellt in Ubereinstimmung mit den Beschlüssen des V. Kongresses fest, daß es die ausschließliche Aufgabe des Jüdischen Nationalfonds ist, Boden als Gesamteigentum des jüdischen Volkes zu erwerben und seinen Boden in bewirtschaftungsfähigen Zustand zu setzen." Geehrter Kongreß! Es ist dies etwas, was in den Statuten des N F. steht; und was für jeden vernünftigen Menschen selbstverständlich ist, braucht der Kongreß nicht erst zu beschließen. -(Zustimmung). Wir werden trotzdem diesen Antrag, der von. einer Gruppe des Kongresses, von den Mitgliedern der Poale-Zion eingereicht wurde, dem künftigen A. C. zur besten Berücksichtigung empfehlen. Delegierter Kaplanski: Ich wünsche die Diskussion über diesen Autrag. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Dann wird er morgen erledigt. Wenn alle diese Anträge diskutiert werden sollen, dann werden wir nicht nur morgen, sondern auch in einer Woche nicht fertig sein. Ein anderer Antrag, der von Herrn Dr. Samuel Rappaport gestellt wurde, lautet (liest): „I. Der Kongreß erklärt es als wünschenswert: das Palästinaamt sowie das Informationsbureau in Jaffa wird zu einem Amte vereinigt. II. Ein Mitglied des E. A. C. muß seinen Sitz in Palästina haben, dem die oberste Aufsicht über alle zionistischen Institutionen obliegt. Dasselbe hat auf jedem zionistischen Kongreß Bericht über den Zustand obiger Institutionen zu erstatten und ist demselben verantwortlich. III. Dem Mitgliede des E. A. C. in Palästina steht ein vom E. A. C. ernannter Palästinarat zur Seite, von dem die Initiative zur Tätigkeit ausgehen soll. IV. Das E. A. C. wird aufgefordert, Agronomen anzustellen, die teils in den Schulen, teils als Wanderreduer Vorträge über praktische Landwirtschaft und speziell Gartenwirtschaft zu halten haben.