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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 263

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 263 (sequence 263)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 263 - gleich sofort abstellen. Das sind sehr komplizierte Verhältnisse. Mögen Sie aber versichert sein, daß gerade diese Mißstände in der nächsten Zeit wahrscheinlich eine sehr bedeutende Besserung dadurch finden werden, daß wenigstens die Arbeiter, die länger im Lande sind, billige Wohnungen erhalten werden, und daß es, je weiter die Kolonisation fortschreitet, um so leichter werden wird, die Arbeiter dauernd zu beschäftigen. Das ist die große Frage. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Was die einzelnen Beschwerden betrifft, zum Beispiel, daß in Kinereth viermal die Arbeiter gewechselt wurden, so ist das nicht richtig. Selbstverständlich gibt es unzufriedene Arbeiter auch in Kinereth. Manche mußten entlassen werden und andere kamen an ihre Stelle; aber wir haben einen Grundstock von Arbeitern, die dauernd und treu zu unserm Unternehmen gehalten haben. Ferner ist die Ansicht, daß der Herzlwald von Arabern gepflanzt sei, unrichtig; denn er ist ja überhaupt noch nicht gepflanzt, daher konnte die Pflanzung auch nicht von Arabern erfolgen. Sie beginnt erst im Januar. Daß der Nationalfonds im wesentlichen für die Arbeiter sein soll, ist auch etwas, was wir nicht Unterschreiben können. Der Xatioimlfonds ist für das ganze jüdische Yolk, und da die Arbeiter zum jüdischen Volk gehören, natürlich auch für sie. aber nicht ausschließlich und auch nicht der Hauptsache nach für sie. (Beifall und Händeklatschen.) Die Ansicht des Herrn Kaplanski, daß für den Agrarkredit nicht der Nationalfonds aufzukommen habe, sondern neue Kapitalien geschaffen werden sollen, ist im wesentlichen auch die Ansicht der Majorität; ob es ahmnicht wünschenswert ist, daß der N. F., wie auch au anderen wichtigen Unternehmungen, sich auch mit einem Teil seines Kapitals an dieser Unternehmung beteiligt, das ist doch eine Frage, die noch zu untersuchen ist. Daß der N. 1\ nicht nur sein eigenes Land kaufen, sondern auch bewirtschaften darf, das hat ja Herr Dr. Bodenheimer schon so gründlich erörtert, daß ich darauf nicht einzugehen brauche. Die Schwierigkeit ist aber die, daß vorläufig der N. F. noch keine eigenen Wirtschaften hat, und erst die Zukunft wird lehren, ob es wünschenswert ist, daß der Nationalfonds selbst Landwirtschaft treibt. Es ist also eine Zweckmäßigkeitsfrage, keine prinzipielle Frage. Sehr erfreut hat mich das maßvolle Auftreten und die maßvolle Diskussion der Anhänger der Misrachim, und ich sehe, — und das ist, glaube ich, die allgemeine Ansicht, — daß wir wohl in der Praxis gerade mit der Ansicht des Misrachim uns dauernd versöhnen und dauernd ihren Ansichten und Wünschen, auf die sie selbstverständlich nach ihrer ganzen inneren Auffassung bestehen müssen, auch bei unsern Unternehmungen Rechnung tragen können. Nun zum Schlüsse zur wichtigsten Frage, zur Stellung des Zionismus zur Palästinaarbeit. Herr Motzkin ist Vertreter der alten Ansicht, daß die Palästinaarbeit nur ein Propagandamittel des Zionismus ist. Selbstverständlich ist das eine Ansicht, mit der wir uns nie und nimmer versöhnen können, die wir nie und nimmer anerkennen. Unserer Meinung nach müßte diese Ansicht, wenn sie die Majorität hätte, zu traurigen Konsequenzen führen. Unsere Palästinaarbeit regt und streckt und entwickelt sich, und wenn sie auch noch

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