Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 260)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 260 — Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Herr Trietsch, ich muß Sie dringend bitten, zu schließen. Delegierter Trietsch (fortfahrend): Herr Dr. Bodenheimer hat geäußert, daß nicht nur Geld für das Land vom Nationalfonds bewilligt werde, sondern auch Geld für die Verbesserung und Bewirtschaftung, weil der Wert im im Boden bleibe. So hätten wir die Möglichkeit (und ich werde den Antrag stellen), daß für Oppenheimers Versuch, der uns 200000^ kosten soll, dazu das Minimum an Mitteln seitens des Nationalfonds sichergestellt werde, und was privat zu holen ist, für die Vergrößerung und Sicherstellung diene. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Herr Trietsch, wenn Sie mich angegriffen hätten, hätte ich Ihnen nicht das Wort abschneiden können, denn es wäre die Möglichkeit gewesen, daß Sie Ihre Angriffe fortsetzen.... (Delegierter Tritsch (unterbrechend): Soll ich?.... (Heiterkeit.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer (fortfahrend): nachdem Sie mich aber gelobt haben, so möchte ich Ihnen jetzt bedeuten, daß Ihre Zeit von zehn Minuten längst vorüber ist, und ich muß Sie dringend bitten, zu schließen. Delegierter Trietsch (fortfahrend): Ich habe noch einiges zu sagen zu einem Vorschlage von Wolffsöhn und zu einigen Resolutionen, die ich vorbringen wollte und an denen Sie mich nicht hindern werden. Herr Wolffsohn hat uns geraten, wenn wir die Leitung ändern, sie nach folgenden Gesichtspunkten zu ändern. Es sei eine Art Ministerium einzurichten, das nicht besteht aus Anhängern einer Partei, sondern aus Anhängern aller Sichtungen: „Das sei besser für Palästina. ..." Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Ich bin der Ansicht, daß dies eine Frage ist, die zur Organisation der Leitung gehört, und ich bitte Sie, nunmehr zu schließen. (Beifall und Schlußrufe.) Delegierter Trietsch (fortfahrend): Dann werde;ch diese Frage bei der Organisation besprechen und möchte nun einige Anträge verlesen. Vizepräsident Dr. Bodenheimers Ja, ich bitte nur, die Anträge zu verlesen. Delegierter Trietsch (fortfahrend): Es tut mir leid, daß ich mich nicht weiter auslassen kann, aber wenn der Präsident nicht will und wenn Sie nicht wollen, dann geht es eben nicht. Ich trage Ihnen also meine Anträge vor und bitte um höchstens eine Minute Ihrer Aufmerksamkeit. Meine Anträge lauten: 1. Die ganze Organisation ist auf die überragende Bedeutung der Palästinaarbeit einzurichten. 2. Das spezielle Palästinaressort ist wesentlich größer zu gestalten. 3. An der Leitung, und zwar im Engeren wie im Großen Aktionskomitee, können nur überzeugte Anhänger des zionistischen Prinzips teilnehmen, also Palästinazionisten, — auch ist der Einfluß derselben auf die Leitung zu stärken. 4. Die lebhaftere Palästinatätigkeit erfordert die Wiedereinführung j ä h r 1 i c h e r Kongresse. Ich danke Ihnen. (Beifall.) Professor Warburg (mit stürmischem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Ich danke Ihnen, daß Sie trotz der späten Stunde und trotz der Ermüdung, die diese lange Palästinadebatte zweifellos auch bei Ihnen hervorgerufen hat, mich doch noch so freundlich zu meinem Schlußworte begrüßen, Ich habe ver-