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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 259

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 259 (sequence 259)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 259 — Propaganda und Tätigkeit uns in 30 Jahren nicht mehr gebracht hat als ein landwirtschaftliches Element von 8000 Seelen, endlich von den großen Kolonisationsmöglichkeiten der industriellen Ansiedlung gesprochen werde. Herr Kann hat uns einiges gesagt, was wir längst wissen konnten, und «eine Schlußfolgerung war, die industrielle Kolonisation müsse sich auf landwirtschaftlicher Basis aufbauen. Wenn aber diese nach 30 Jahren nur 8000 Seelen umfaßt, was wollen Sie darauf aufbauen? Etwas Kleineres doch wohl, denn die Basis ist immer größer, als was man darauf aufbaut. Wir sind der Ansicht, daß wir auf dem Wege der industriellen Kolonisation viel Größeres und weit schneller und mit geringem Mitteln erreichen, als auf dem der landwirtschaftlichen Kolonisation. Ich will erwähnen, daß die landwirtschaftliche Kolonisation sich für uns weit weniger eignet als die industrielle und auch, daß das Land, in dem wir arbeiten sollen, nötiger braucht industriell sich betätigende als landwirtschaftliche Einwanderer. Denn an landwirtschaftlichen Produkten hat Palästina Überfluß, der sich im Export äußert, an industriellen hat.es aber Not; dies zeigt der Import, — und wenn wir noch dazu ein Menschenmaterial haben, das besser für die Industrie paßt, so ist es eine Verschwendung, wenn wir dasselbe bloß in der landwirtschaftlichen Kolonisation verwenden. Ich bin kein Gegner der Landwirtschaft, ich kann darauf Bezug nehmen, daß ich vor zehn Jahren in der „Welt" Artikel geschrieben habe über die kalifornische Methode betreffs Uberführung städtischer Elemente zur landwirtschaftlichen Betätigung, daß ich lange vor den andern von der Bedeutung der Olbaumplantagen gesprochen habe, von der landwirtschaftlichen Arbeiterfrage usw. Sie dürfen mir also nicht sagen, daß ich gegen die Landwirtschaft sei, weil ich gegen die Einseitigkeit der landwirtschaftlichen Kolonisation bin und weil ich nicht haben will, daß die industriellen Chancen uns „verläppert" werden. Professor Warburg hat gesagt, wir haben kein Eisen und keine Kohle, wir können also keine große Industrie haben, wobei er übersieht, daß wir Wasserkräfte haben, sogenannte weiße Kohle, daß wir also einen Ersatz besitzen. Er übersieht, daß z. B. Kleinindustrie und Kunstgewerbe uns für die Ansiedlung von Tausenden u nd Abertausenden eine weit schnellere Möglichkeit bietet als die Landwirtschaft. Vizepräsident Dr. Boden heim er (unterbrechend): Herr Trietsch, Sie sind jetzt wohl bald zu Ende. Delegierter Trietsch (fortfahrend): Ja. — Bei Gelegenheit des Nationalfonds habe ich mich gefreut, einen Mitkämpfer zu haben,, in Oppenheimer, der ebenfalls das System des Nationalfonds für eine Art Minimum der Leistungsfähigkeit hält. Wir können damit rechnen, daß der Nationalfonds in der Praxis die Idee aufgeben hat von der ausschließlichen Möglichkeit zu kaufen, nicht aber zu ameliorieren usw. Wir können erwarten, daß der Nationalfonds weiter arbeiten wird in dem Sinne seiner Hilfe gegenüber dem Bezalel. Besonders gefreut hat es mich, daß Öppenheimers Projekt einer genossenschaftlichen Ansiedlung von Dr. Bodenheimer namens des Nationalfonds unterstützt wurde. IT*

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